Zentralrat der Ex-Muslime ZdE gegründet
Der neu gegründete Zentralrat der Ex-Muslime ZdE wird sich und seine Kampagne Wir haben abgeschworen am 28.02.2007 in Berlin der Presse vorstellen. Vorsitzende und Mitbegründerin des Zentralrates der Ex-Muslime ist die Exil-Iranerin Frau Mina Ahadi. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Axel Ayyub Köhler, zeigt sich über die abgefallenen Glaubensbrüder und Glaubensschwestern des Zentralrates der Ex-Muslime ZdE in einem Interview mit Der Welt weniger begeistert.
Spiegel Online berichtet heute über den mutigen Akt von Frau Mina Ahadi und vierzig weiteren Personen des Zentralrates der EX-Muslime ZdE: Muslime dürfen ihrer Religion nicht den Rücken kehren: Mit diesem Glaubensgesetz bricht die Exil-Iranerin Mina Ahadi und ihr neu gegründeter “Zentralrat der Ex-Muslime”. Jetzt steht sie unter Polizeischutz, die Mitglieder werden bedroht
.
Der Zentralrat der Ex-Muslime ZdE
fühlt sich der Leitkultur Humanismus und Aufklärung
verpflichtet, welches selbst ein Projekt der Giordano Bruno Stiftung
ist - weiterlesen:
Die Giordano Bruno Stiftung hat eine dezidiert religionskritische Ausrichtung. Sie vertritt die Ansicht, dass Religionen „die kulturelle Evolution der Menschheit bis heute auf unheilvolle Weise beeinflussen“. Mit ihrem Engagement für eine “Leitkultur Humanismus und Aufklärung” versucht sie, sowohl den Überlegungen einer “deutschen (christlichen) Leitkultur” als auch einem politisch indifferenten Multikulturalismus entgegenzutreten
.
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Axel Ayyub Köhler in einem Interview mit Der Welt zum ZdE: Ein Abfall vom Glauben ist nichts, worüber wir uns freuen. Keine Religionsgemeinschaft wird das tun. Aber wir haben uns in unserer Charta zur positiven wie zur negativen Religionsfreiheit bekannt und uns nach innen wie nach außen eindeutig positioniert. Also muß man solche Phänomene akzeptieren
. Über den Mißbrauch des Koran für politische Zwecke sagte Herr Axel Ayyub Köhler Der Welt, ebenda: Wir haben nun mal 2002 in der Islamischen Charta festgeschrieben, dass wir hier keinen Gottesstaat errichten wollen.
Schoggo-TV beendet seine Sondersendung mit einem Zitat von Walther Ulbricht, dem großen kleinen Vorsitzenden der faschistoiden SED, Vorgängerin der PDS, Vorgängerin der Linkspartei, bei einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961: Die Bauarbeiter unserer Hauptstadt beschäftigen sich hauptsächlich mit Wohnungsbau, und ihre Arbeitskraft wird dafür voll eingesetzt. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten
.
Zwei Monate später begann der Bau der Berliner Mauer
.
(Anmerkung: Zitate kursiv, Hervorhebungen durch Schoggo-TV.)
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3 Kommentare
1.
F.R. (Psycho-Blog) schrieb am 23. Februar 2007 um 11:58
Wenn man das “faschistoiden” sowie das “Vorgängerin der PDS, Vorgängerin der Linkspartei”
weglässt, finde ich es einen gut gemachten Artikel
(Zwischen der damaligen SED und der heutigen Linkspartei bestehen an vielen Stellen
gravierende Unterschiede.)
2.
Wilhelm Entenmann schrieb am 23. Februar 2007 um 15:25
@Falk:
Ich beschäftige mich derzeit sehr viel mit der ehemaligen DDR, besser deren BürgerInnen.
Als es die DDR noch gegeben hat, konnte man viel über deren Schicksale hören.
Heute aber kommen dieses Menschen selbst zu Wort und ihre Geschichten ein Gesicht.
Ich neige zum Perspektivwechsel (wie Du einmal nebenbei bemerkt hast), weshalb es mir erst heute möglich und deutlich wird, wie schrecklich es für Menschen in der DDR gewesen sein muß:
im Alltag und im Knast.
Ich verstehe deshalb auch nicht, warum der Begriff “Faschismus” zwangsläufig bzw. ausschließlich mit den Nazis oder den rechten Faschisten in Italien in Verbindung gebracht wird.
Das macht irgendwie blind für Extremismus (Faschismus) von Links bzw. des Islamismus.
Die Existenz bzw. die Aktivitäten der Giordano Bruno Stiftung, welche ich bis vor zwei Tagen auch nicht gekannt habe, fand ich hingegen sehr interessant.
So, … und jetzt lege ich mich wieder ab:
eine quälende Erkältung lastet seit zwei Tagen auf mir.
3.
F.R. (Psycho-Blog) schrieb am 23. Februar 2007 um 16:09
Ich kann es nur aus eigener Erfahrung als Nichtbetroffener staatlicher Verfolgung
zu DDR-Zeiten schildern. Damit will ich auf keinen Fall etwas in Abrede stellen. Was Betroffenen
passiert ist, war auf jeden Fall schlimm!
Auf jeden Fall haben bestimmte Leute in den letzten 10 bis 15 Jahren eine ziemliche Wandlung
hinter sich. Manchmal zum Besseren… manchmal komme ich allerdings richtig ins Grübeln… z.B.
wenn Leute, die sich der Verteidigung von Menschenrechten verschrieben haben, eine Religion
verteidigen, die… nicht unbedingt ein Garant für Menschenrechte ist.
Dann mal gute Besserung!