17. Mai 2007

Meile der Religionen in Mannheim führt zu Kirchenaustritt

Kirchen, Synagoge und Moscheen luden am Vorabend zu Christi Himmelfahrt zum gemeinsamen Festmahl in der Mannheimer Innenstadt. Christen, Juden und Muslime setzten ein gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander in Mannheim. Nach Tischgebet und Essen ohne Alkokohl waren Kirchen und Moscheen am Abend in Mannheim geöffnet.

Gestern Abend luden Christen, Juden und Muslime in Mannheim zu einem gemeinsamen Mahl entlang der ehemaligen Kirchenstrasse in der Mannheimer Innenstadt ein.

Wir wollen damit eine Gelegenheit für Menschen unterschiedlicher Religionen schaffen, ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen”, nennen der katholische Stadtdekan Karl Jung und Orna Marhöfer als Vorsitzende der jüdischen Gemeinde die Ziele der Aktion. “Ebenso war es uns wichtig, unseren Beitrag zum Frieden deutlich zu machen”, unterstreicht der evangelische Stadtdekan Günter Eitenmüller die Gemeinsamkeiten der drei großen abrahamitischen Religionen. Quelle

Schoggo-TV war nicht vor Ort.
Ich werde aber in Form meines Austrittes aus der evangelischen Kirche meine persönliche Meinung bekunden, Begründung:

Der Beitrag zum Frieden

Mannheim besitzt zwei große Moscheen, die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee (Islamischer Bund Mannheim e.V. im Dachverband DITIB) sowie die Fatih-Moschee (Islamische Gemeinschaft Milli Görüş e.V. IGMG).

Die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee (hier Beitrag in Wikipedia) ist Deutschlands zweitgrößte Moschee und nach Selim I., genannt Yavuz („der Gestrenge“) benannt, dessen kriegerische Biografie zur Lektüre empfohlen wird.

Die Fatih-Moschee ist benannt nach Sultan Mehmed II. Fatih („der Eroberer“), dessen Biografie jedem Friedensfreund ans Herzen gelegt wird. Zumindest die Bennung vieler Moscheen in Deutschland nach Herrn Mehmed II. wird heftigt diskutiert und kritisiert:

Bassam Tibi hält es für verhängnisvoll, das Muslime ihre Moscheen kollektiv nach Eroberern, die den Dschihad in christlicher Gebiete getragen haben, benennen. Quelle: Fatih-Moschee

Die Gemeinsamkeiten der drei großen abrahamitischen Religionen

Vor einiger Zeit erzählte mir ein Pfarrer, daß in Mannheim einem evangelischen Kindergarten untersagt worden sei, daß dort Geschichten von Jesus erzählt werden dürfen.
Die muslimischen Eltern hätten sich angeblich über eine mutmaßliche Indoktrination bzw. Gehirnwäsche ihrer Kinder beschwert und mit medialem Druck durch Presse und Fernsehen, wohl auch aus dem Ausland, gedroht.
Der Kindergarten hätte, auch auf Druck von oben, eine Art Unterlassungserklärung unterzeichnen müssen.

Der besagte Kindergarten wird doch wohl auch durch Kirchensteuern von Christen mitfinanziert, oder?

Zählt Jesus im Islam nicht als Prophet?

Meine persönliche Konsequenz: Kirchenaustritt!

Wenn man als Christ bereits als Dhimmi gilt, so möchte ich fortan doch lieber als Harbi mein Leben in einem Mannheim fristen, in welchem man kritische Fragen nicht zu stellen wagt und Gemeinsamkeiten scheinbar einseitig diktiert werden. … und einen Schutzvertrag, der mich zum Musta’min macht, möchte ich nicht unterzeichnen.

Die eingesparte Kirchensteuer werde ich fortan Organisationen wie z.B. Pax Europa e.V. - Für Europa - gegen Eurabien zukommen lassen.

Hintergrund: Meile der Religionen (Homepage).

14 Kommentare

1. Wilhelm Entenmann schrieb am 17. Mai 2007 um 10:12

Nachtrag, eine Variante, dabei bezüglich des Baus der Großmoschee in Köln-Ehrenfeld:

GIORDANO: Die Argumentation kennt man ja: Sie setzen christlich-jüdisches Traditionsgut gleich mit muslimischem. So geht es nicht. Es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ist Ihnen eigentlich entgangen, was in der letzten Zeit an Kritischem über das Zusammenleben von muslimischer Minderheit und nicht-muslimischer Mehrheit gesagt wurde, weil so viel innerhalb der Parallelgesellschaft geschehen ist, das nicht mit dem Grundgesetz in Übereinstimmung zu bringen ist?
Quelle: Stoppt den Bau dieser Moschee

via: Fakten und Fiktionen : Ralph Giordano will keine menschlichen Pinguine auf deutschen Straßen

2. kewil schrieb am 17. Mai 2007 um 15:31

Ja, das hab ich aus ähnlichen Gründen auch gemacht. Gruss Kewil

3. anaximander schrieb am 17. Mai 2007 um 16:45

Ich stimme Ralph Giordano zu. Auch wenn die islamische Zeitung ihm an den Karren fährt und so tut, als wär er plötzlich zum Irren geworden

4. feschi schrieb am 17. Mai 2007 um 16:51

Bedauerlich, bedauerlich dieser Schritt.
Erstens: Weil er nicht in der Auseinandersetzung mit den zuständigen Stellen geführt wird, und weil deren Aufmerksamkeit durch solch einen Schritt ja auch nicht geweckt wird.
Zweitens geht es in der Argumentation nur um die Organisation Kirche. Nicht aber um den Leib Christi, was Kirche doch eigentlich ist.
Will man sich also von Christus trennen oder ist man mit einer von Menschen gemachten Entwicklung nicht einverstanden.
Wenn das Letztere zutrifft, dann also nicht klein beigeben,
sondern dagegen angehen und mutig die Stimme erheben.

5. Wilhelm Entenmann schrieb am 17. Mai 2007 um 17:31

@4. feschi:

Die Stimme erhebe ich und Schoggo-TV wird auch von vielen Mannheimern gelesen, wie mir meine Statistiken verraten.

So ein Blog, welches man zum Beispiel hier:
http://de.wordpress.com/
komplett kostenlos und anonym(!) einrichten und führen kann, das ist doch ein mächtig Instrument.

Und was die Aufmerksamkeit der zuständigen anbelangt, da habe ich bereits etwas nachgeholfen.
Heute hat ja jeder Email. ;-)

6. Wilhelm Entenmann schrieb am 17. Mai 2007 um 17:37

@2. kewil:
Es ist ein Trauerspiel.

@3. anaximander:
Ralph Giordano kam für diesen Beitrag leider etwas zu spät.
Die Auseinandersetzung bedarf eines eigenen Beitrages.

7. Asphyx schrieb am 17. Mai 2007 um 20:29

Fatih-Moschee ist benannt nach Sultan Mehmed II. Fatih („der Eroberer“)

8. Asphyx schrieb am 18. Mai 2007 um 17:09

Fatih-Moschee ist benannt nach Sultan Mehmed II. Fatih („der Eroberer“). Einem Menschen, der mehr Tote im Namen des Friedens zu verantworten hat als die UNO. ISLAM IST DIE RELIGION DES FRIEDENS - WENN NIEMAND MEHR LEBT, DANN HABEN WIR FRIEDEN. SO SPRICHT ALLAH

9. Wilhelm Entenmann schrieb am 19. Mai 2007 um 09:48

@8.Asphyx :

Ich möchte Ihre Meinung unkommentiert so stehen lassen.
Was sollte ich dazu sagen - Wikipedia liefert die nötigen Fakten.

Ich möchte an dieser Stelle auf den Fjordman Report hinweisen, welchen man in dem Beitrag Ist Islam mit Demokratie kompatibel? von Politically Incorrect downloaden kann.

10. Thomas Nolte schrieb am 22. Mai 2007 um 10:26

Hallo Wilhelm, ich biete Dir einstweilen “Kirchenasyl” :-)
In der evangelischen Kirche würde ich mich auch nicht wohlfühlen, weil sie mir oft genug zu provinziell (Landes- oder gar Freikirchen eben!) vorkommt.

Zwar ist auch in kath. Gemeinden Provinzialismus (eher: Spießbürgerlichkeit) anzutreffen, aber das ist dann eher ein individuelles als ein institutionelles Problem.
“Katholicos” = allumfassend, meint und ist _Welt_kirche.

Und als Weltkirche begegnen die Katholiken auch dem Islam. Vieles, was Du zum realexistierenden Islam in DE schreibst ist richtig. Die Namensgebung mancher Moscheen ist auch in meinen Augen verräterisch. Nach meiner Ansicht müsste in allen deutschen Moscheen deutsch gesprochen werden; die röm.-kath. Kirche hat das doch auch (zwar spät: II. Vat. Konzil) geschafft mit der jeweiligen Landessprache in Messen und Gottesdiensten.

Die Dialog-, besser Trialogmeile in Mannheim finde ich - trotz aller Enwände im Einzelnen - vorbildlich.
Am Tag vor Christi Himmelfahrt waren wir mit unserem gesamten 6. Jahrgang - wie jedes Jahr - im “Museumspark Orientalis” (füher: Heilig Land Stiftung oder Biblisches Freiluftmuseum) vor den Toren Nimwegens (NL).

Seit Herbst 2006 wird dort im Hauptgebäude auf drei großen Projektionswänden eine mehrsprachige (Untertitel) Lichtshow gezeigt, die die abrahamitischen Religionen mit ihren Gebräuchen (Geburt, Heirat, Tod, Gottesdienst), ihren Gotteshäusern, Schriften und Priestern/Vorstehern zeigt. Auch das Thema Religionsmissbrauch (Krieg, Folter, Terror) kommt vor. Die Lichtshow enhält am Ende den Appell zu einem friedlichen Zusammenleben.

Ich finde, das ist ein gelungenes Experiment: http://www.museumparkorientalis.nl/

11. Wilhelm Entenmann schrieb am 22. Mai 2007 um 16:38

@10. Thomas Nolte:

Um meine Kritik gänzlich verstehen zu können, muß man um die Verhältnisse in Mannheim wissen.

Ich empfehle das Video (30 min.) zur ARD Sendung “Ein Imam kommt nach Deutschland”, welches (derzeit) bei Politically Incorrect angesehen werden kann, Link:
Wie Fritzchen sich Integration vorstellt
… alleine, daß man dort als Ungläubiger bezeichnet wird, und ich eben weiß, wie der Koran den Umgang mit Ungläubigen regelt (vor allem dann, wenn Ungläubige keiner Religion angehören), läßt mich schaudern.

Die Einladung in die katholische Kirche klingt interessant … . :-)

12. feschi schrieb am 04. Juni 2007 um 22:38

Ach, nee!!
Jetzt geht es auch noch um das Gerangel zwischen evangelisch und katholisch. Zwischen angeblicher Weltkirche und Provinzkirche!! Wo doch die “Weltkirche” das Lateinische gerade wieder einführt und damit die Landesssprachen außer Kraft setzt!
Wie öde.
Doch trotz aller Medienwirksamkeit von Benedikt XVI. die Grundlagen des “Martin” sind zum Glück noch da!!

13. Thomas Nolte schrieb am 05. Juni 2007 um 10:12

@ feschi:
> Gerangel zwischen evangelisch und katholisch.

Die an Wilhelm gerichtete Asyl-Bemerkung war mit einem Smiley versehen. Und im nächsten Abschnitt kam sogar Binnenkritik vor.

Bei richtigem Hinschauen, hättest Du bemerken können, dass es bei der Äußerung zu den Konfessionen um mein rein subjektives Empfinden ging. Ich habe theologisch durchaus tiefen Respekt vor meinen anderskonfessionellen Glaubensgeschwistern.

> Wo doch die “Weltkirche” das Lateinische gerade
> wieder einführt

Das Lateinische wurde nie außer Kraft gesetzt, sondern in der binnenkirchlichen Kommunikation verwendet und begrifflich sogar in einer Vatikanabteilung weiterentwickelt (z.B. Begriffe wie “Internet”, “Weblog”). Davon profitiert übrigens sogar die lateinische Version der Wikipedia: http://la.wikipedia.org/wiki/

> und damit die Landesssprachen außer Kraft setzt!

Du scheinst sehr halbgebildet oder uninformiert zu sein. Vom Außerkraftsetzen der Landessprachen war nie die Rede.
Es ging eher um den _Ritus_ der lateinischen Messe, der durch die Entwicklungen nach dem Vaticanum II sehr stark zurückgedrängt wurde.

Im Übrigen erfreut sich das Lateinische in ganz Europa eines neuen Aufwindes an höheren Schulen, und an Universitäten werden für etliche Studiengänge wieder mehr Lateinischkenntnisse vorausgesetzt. Ich saß am Samstag am Sakrophag des Albertus Magnus in Köln. Die meisten Besucher am Grab dieses für Europa so bedeutsamen, gelehrten Mannes können die Inschriften nicht lesen. -

Aber in Zukunft wird es ja in einem deutlich stärker islamisch geprägten Europa vermehrt arabische und türkische Schriftzeichen an den Monumenten geben, die wir dann auch nicht lesen können, sofern wir es in der Schule oder in Sprachkursen nicht beigebracht bekommen haben …

> Wie öde.

Öde erscheint mir nur Dein inhaltlich oberflächlicher Kommentar.

14. Fatih-Moschee Mannheim - Milli Görüs Bericht Mannheimer Morgen - Schoggo-TV schrieb am 27. August 2007 um 19:39

[…] Eine Eroberer-Moschee mitten in Mannheim, dabei getragen von einem Verein, der von einem spezifischen türkischen Nationalismus und einer ideologisierten Interpretation des Islam geprägt ist. Ein islamisch-türkischer Verein in der Universitätstadt Mannheim, der türkische Studentinnen mit Kopftuch an deutschen Universitäten mit Stipendien unterstützen möchte. Ein Verein, der wohl auch in Mannheim die “monotheistische Ökumene” sucht und in der Meile der Religionen bereits offene Tore gefunden haben mag - Kenner des Dialogs mit Muslimen wissen, wie ein solcher Dialog geführt wird bzw. wer dessen Spielregeln diktiert: […]

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