Mügeln Rassismus und Rechtsextremismus liegt den Deutschen

Nach der Hetzjagd auf Inder in Mügeln, steht diese Stadt in Sachsen für eine No-Go-Area Ostdeutschland, in welcher Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Faschismus, Rechtsexetremismus, NPD, Diskriminierung von und Gewalt gegen Ausländer zu regieren scheint.

Vorurteile: Stereotype dienen der Verkürzung von Denkprozessen

Rufe wie “Ausländer raus” oder “Hier regiert der nationale Widerstand”, welche für die Verfolgung der Inder durch Deutsche in Mügeln bezeugt werden, bestätigen ein mögliches Vorurteil über die braune Seele des Deutschen:
“Wenn ein Deutscher einen Angehörigen einer ethnischen, religiösen oder sexuell anders orientierten Gruppe beschimpft und/oder bedroht, so ist umgehend auf Rassismus bzw. Rechtsetremismus zu schließen”, könnte das Vorurteil über, speziell im Osten lebende Deutsche lauten.

Der Fall Joseph oder Der Sebnitz-Effekt

Im Juni 1997 ertrinkt der sechsjährige Joseph Kantelberg-Abdulla, Sohn einer Deutschen und eines Irakers, in einem Bad im sächsischen Sebnitz. Der tragische tödliche Badeunfall des Jungen wird bald ad acta gelegt.

Im November 2000 titelt die Bild Zeitung “Neonazis ertränken Kind- und eine ganze Stadt hat es totgeschwiegen”. Ein Aufschrei geht durch die Politik und die Medien, es herrscht Erschütterung über die Tat sowie Abscheu gegenüber den Bürgern von Sebnitz, welche einem rassistischen Mord wohl tatlos zugeschaut haben. Maßnahmen gegen Rechtsetremismus und Rassismus werden gefordert, Medienkanzler Gerhard Schröder empfängt die Mutter zum Gespräch.

“Das medizinische Gutachten war nichtssagend, ich habe den Leichnam meines Sohnes selber gesehen und wusste haargenau, er war gefoltert worden, soll ich sagen gequält worden, bevor man ihn zu Tode brachte.” (1)
Renate Kantelberg, Apothekerin und Mutter von Joseph im Jahr 2000

Augenzeugen sagen aus

Die Mutter des Jungen, die Apothekerin Renate Kantelberg-Abdulla, behauptete, dass Rechtsradikale ihrem Sohn zunächst ein Betäubungsmittel eingeflösst und dann inmitten der anderen Badegäste ertränkt hätten. Hierzu legte sie Aussagen von Zeugen vor welche gesehen haben wollen, wie ihr Sohn von 50 Rechtsradikalen zunächst beschimpft, getreten und schließlich ertränkt worden sei. Einige Zeugen erschienen erst nach polizeilicher Vorführung, um ihre, die Mutter bestätigenden Aussagen zu machen.

Die Ermittler konnten bald drei Tatverdächtige verhaften und als mutmaßliche Neonazis präsentieren. Es folgte eine mediale Hetzjagd gegen die Bürger von Sebnitz, hatten diese doch scheinbar drei Jahre lang einen rassistischen Mord gedeckt, welcher direkt vor ihren Augen geschehen war.

“Ich halte es immer noch für möglich, dass Joseph nicht durch einfaches Ertrinken starb. Ein Gerücht, dass er eines gewaltsamen Todes gestorben ist, gab es schon lange bevor Frau Kantelberg ihre Mordthese aufgestellt hat.” (2)
Christian Pfeiffer, Kriminologe und Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsenim Jahr 2000. Auch bekannt durch seine “wissenschaftlichen Arbeiten” über PC-Gewaltspiele.

Bald wurde klar, dass die Anschuldigungen und Aussagen falsch und erfunden sein mussten.

Die Folgen eines “Justizskandals”

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erlitt der Junge bei dem Badeunfall einen tödlichen Herzstillstand, welcher durch eine Herzkrankheit begünstigt worden war. Das im Körper von Joseph aufgefundene Herzmittel Lidocain stamme von den Wiederbelebungsversuchen der Rettungssanitäter.

Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen gegen die Mutter wegen Falschaussage auf, drei Zeitungen (Bild-Zeitung, Berliner Morgenpost, taz) wurden vom Presserat wegen ihrer Berichterstattung gerügt, die Stadt Sebnitz erhielt 10 Millionen D-Mark als Wiedergutmachung für die Rufschädigung und das Ehepaar Kantelberg-Abdulla zog nach Schließung ihrer Apotheke (Umsatzeinbußen bis zu 90%) aus Seibnitz weg.

Die Medien, redeten von einem Justizskandal, welcher durch die Millionen für Sebnitz verschleiert werden sollte. (3)

Immerhin scheinen einige Medien aus dem Fall Sebnitz gelernt zu haben:

Der aktuelle Fall „Sachsen-Sumpf“ legt den Verdacht nahe, dass es vielmehr einen regelrechten Sebnitz-Effekt geben könnte: Verdächtigungen und Gerüchte müssen einfach nur so ungeheuerlich und so weitgespannt wie möglich sein, sie müssen zudem ohnehin schon vorhandene Vorurteile bedienen, dann ist es für Politik, für Medien, für alle schwer, sich ihrer suggestiven Kraft zu entziehen. (4)
Die FAZ über den so genannten “Sachsen-Sumpf”

Mügeln: Make-Believe Memories vs Fakten

Eine mehrheitliche Gruppe von Deutschen verfolgt eine minderheitliche Gruppe von Indern, dabei müssen Sätze wie “Ausländer raus” gefallen sein, was nicht nur in das Vorurteil über Deutsche passen dürfte, sondern auch weitere Aussagen über mögliche Motive nahe legt:

Research on memory distortion has shown that postevent suggestion can contaminate what a person remembers. Moreover, suggestion can lead to false memories being injected outright into the minds of people. These findings have implications for police investigation, clinical practice, and other settings in which memory reports are solicited. ( 5)
Die US-amerikanische Psychologin Prof. Dr. Elizabeth F. Loftus welche in abgesicherten Experimenten immer wieder zeigen konnte, wie der Mensch seine Erinnerungen konstruiert. Ihr Buch “Eyewitness Testimony”, welches von der Verfälschbarkeit von Zeugenaussagen berichtet, sei auch Kriminologen und Wissenschaftlern wie Herrn Christian Pfeiffer ans Herz gelegt.

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee kritisierte den Bürgermeister von Mügeln, Gotthard Deuse, welcher seiner Meinung nach einen rechtsradikalen Hintergrund ausgeschlossen habe, ohne die Fakten zu kennen. Nach Meinung von Herrn Tiefensee müsse bei der Aufklärung alles vermieden werden, was den Eindruck einer Verharmlosung oder Verniedlichung der Vorgänge erwecken könnte. (6)

Herr Tiefensee möchte also Fakten und zugleich die Erweckung von Eindrücken bei der Suche nach der Wahrheit über die Vorgänge in Mügeln vermeiden.

Die offene, weil kritische Suche nach der Wahrheit, welche in beiden Richtungen liegen kann, ist scheinbar typisch deutsch, wie mir jüngst ein Ingenieur aus der Schweiz sagte, nachdem ich seinen Optimierungsplan kritisch hinterfragt hatte und noch ein alles schlecht und kaputt reden als typische Eigenschaft deutscher Psychologen erntete.

Manchmal sind Vorurteile über Deutsche ganz praktisch… .

Zitate und Quellen:
1) MDR.DE - Sebnitz, eine Stadt unter Verdacht
2) Der Tagesspiegel - Joseph Kantelberg-Abdulla:
“Die Geschichte der Mutter stimmt nicht”
3) rbb-online : Kontraste - Der Fall Joseph:
Staatsanwaltschaft versagte bei den Ermittlungen in Sebnitz
4) FAZ.NET - Medienlegende „Sachsen-Sumpf“:
Das erinnert fatal an den Fall Sebnitz
5) Elizabeth F. Loftus - Make-believe memories (PDF, 152 KB)
6) PR-inside.com - Tiefensee fordert entschlossene Aufklärung der Vorfälle in Mügeln
-) 123recht.net - Ermittlungen zum Tod des kleinen Joseph aus Sebnitz eingestellt

Wikipedia:
Loftus, Elizabeth F.
Mügeln (Stadt)
Pfeiffer, Christian
Sebnitz (Stadt)

Buchtipps auf Amazon:
Loftus, Elizabeth F.

Mannheim, den 22.08.2007, 17:30 Uhr

27 Reaktionen zu “Mügeln Rassismus und Rechtsextremismus liegt den Deutschen”

  1. Dieter Petereit

    Versuchst Du hier einen eindeutigen rechtsradikalen Hintergrund zu negieren?

  2. Wilhelm Entenmann

    @1. Dieter Petereit:

    Bringe mir bitte Beweise für Deine eindeutige Behauptung:
    Wie kommst Du zu Deiner Aussage?

    Ich “negiere” die Art und Weise, wie schnell Aussagen über Motive und über Tathergänge getroffen werden.

    Der Fall Sebnitz sollte zu denken geben.

  3. anaximander

    Was in Mügeln passiert ist, ist ein Verbrechen, das sich gegen Leib und Leben richtete. Es macht keinen Sinn, das zu beschönigen. Die Frage, die sich jetzt alle stellen sollten, ist: warum ist das geschehen?

  4. Wilhelm Entenmann

    @3. anaximander:

    Nein, keine Beschönigung, aber, auf dem Hintergrund des Mechanismus, der sich im Falle Sebnitz offenbart hat, einige kritische Fragen.

    Es gibt auch andere Möglichkeiten des tatsächlichen Tatherganges, welche auch in Betracht gezogen werden müssen, um dann der Widerlegung ausgestzt zu werden.

    Billig und fahrlässig, wer als Forscher oder Kriminologe nur seine Hypothese bzw. Verdacht zu bestätigen versucht.

    Strafe, ja, aber es macht einen Unterschied, weshalb Menschen später eventuell verurteilt werden.

  5. Dieter Petereit

    Fall Sebnitz: Ein Kind ertrinkt. Eine durchgeknallte Apothekerin auf EPO dreht komplett durch. Das ist alles.

    Fall Müglen: Der Mob jagt Inder durch die Stadt. Nachweislich und verbürgt.

    Der Grundsatz der Gleichbehandlung beinhaltet neben dem Gebot wesentlich Gleiches gleich zu behandeln, auch das Gebot wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln.

    Darüber solltest Du nochmal nachdenken.

    Übrigens titelt heute sogar das Lokalblättchen: “Mügeln: Die Mauer des Schweigens beginnt zu bröckeln”. Ich glaube nicht, dass es einen berechtigten Zweifel an den Motiven geben kann.

  6. Wilhelm Entenmann

    @5. Dieter Petereit:

    Es geht nicht um die bedauernswerte Apothekerin und Mutter, welche auf sehr dramatische Weise ihren Sohn verloren hat, sondern darum, daß die Medien die Geschichte sofort geglaubt und ausgebaut hatten. Wie die Aussagen der Zeugen zu Stande gekommen sind (siehe die Links Artikel).

    Heute weiß man, daß die Geschichte aus Sebnitz falsch gewesen war.
    Was wäre gewesen, wenn solche Antifa-Socken die damals unschuldig verdächtigten Personen liquidiert hätten?

    Mügeln oder Sebnitz, mir geht es um die (mediale) Hexenjagd, die Mechanismen von Vorurteilen (hier gegen Ost-Deutsche) sowie um Verzerrungen von Aussagen.

    “Mügeln: Die Mauer des Schweigens beginnt zu bröckeln”
    Auch in Sebnitz sagten die Zeugen Dinge aus, welche zwar falsch, aber “stimmig” mit den Vorwürfen gewesen sind.

  7. Onkel Peter

    @ Dieter Petereit:

    Fall Müglen: Der Mob jagt Inder durch die Stadt. Nachweislich und verbürgt.

    Etwa 30 Meter beträgt die Entfernung des Festzeltes zur Pizzeria “Piccolo”, wie ich hörte. Da kann von “durch die Stadt jagen” wohl nicht die Rede sein. So klein ist die Stadt Mügeln nun auch wieder nicht. Als ein durch die Medien umfassend informierten Bürger ist Ihnen dieses unscheinbare Detail sicherlich unbekannt.

  8. lowlevel

    Gutes Überblicksposting zu Mügeln:

    http://www.classless.org/2007/08/20/der-kleine-volksaufstand-von-mugeln/

  9. Wilhelm Entenmann

    Ergänzungen:

    Sebnitz, Joseph und die Presse Eine Studie über den Fall Joseph zum Download
    hier

    Ein Interview von 2000
    ZEIT: Woher kommt Ihrer Meinung nach die Tendenz, Geschichten nach Stimmungen statt nach Fakten zu schreiben?

    LINDLAU: Ein Grund für die Fiktionalisierung der Berichterstattung ist sicher die so genannte Political Correctness, die ja bekanntlich von Mao Tse-tung stammt, der 1963 in einem programmatischen Aufsatz gefordert hat, Denken und Reden müssen den Zielen der KP entsprechen und nicht der Realität. Die Folgen waren dann 1969 die Gräuel der Kulturrevolution. Diese Forderung Maos ist dann in den siebziger Jahren über feministisch-maoistische Gruppen in den USA auch zu uns gekommen, nämlich als Forderung, öffentliches Reden und Denken müssen mit den liberalen Idealen übereinstimmen und nicht mit den Fakten.
    hier

    „Von wegen durch die ganze Stadt gehetzt“
    Er sei gegen jegliche Gewalt und Ausländerfeindlichkeit, sagt Deuse und fährt dann fort: „Mir schwillt der Kamm, wenn ich lese, die Inder seien durch die ganze Stadt gehetzt worden. Dabei sind es von dem Festzelt bis zu der Pizzeria nur 30 Meter.“ Dem indischen Inhaber der Pizzeria sei zudem nichts passiert, „da ist kein körperlicher Schaden entstanden“, so Deuse zu FOCUS Online.
    hier

    In Mügeln bröckelt die Mauer des Schweigens
    hier

    Hervorhebungen (fett) durch mich.

  10. anaximander

    ich kann nur wiederholen: Es fragt keiner nach dem Warum…

  11. Wilhelm Entenmann

    @10. anaximander:

    Du fragst nach dem “Warum”, also nach dem “Anreiz” und, in Folge, nach dem “Motiv”?

    …erst einmal Fakten, dann kann man hinterfragen und ein Motiv, das Warum, konstruieren versuchen.

    So wie dies jetzt abläuft, wird das Motiv vorweggenommen und passende Fakten zugeordnet.

  12. anaximander

    Ich will wissen, warum. Und das können nur die Beteiligten sagen. Damit meine ich auch jene, welche die Täter angefeuert haben oder in Begeisterung ausgebrochen sind. Was ist los mit Müglen?

  13. Wilhelm Entenmann

    @12. anaximander:

    Eben das meine ich, “Fakten”.

    Ich glaube aber inzwischen nicht (mehr), daß man nach der laufenden Hetze gegen Mügeln bzw. dessen Bürgern noch unverzerrte Aussagen erhalten werden kann.

    off: Ich hoffe, daß zumindest Du verstehst, daß es mir primär nicht um das Ereignis geht, sondern wie man zu relativ objektiven Aussagen über ein Ereignis kommt.

  14. Wilhelm Entenmann

    So könnte das auch ausgesehen haben:

    Ronny Kunze aus Wermsdorf war dabei, wurde selbst verletzt. Ein indischer Gast habe einen älteren Festbesucher geschubst. Daraufhin sei im vollen Festzelt Unruhe entstanden. “Es hat sich ein Kreis um die Inder gebildet.” Die hätten daraufhin Glasflaschen zerschlagen, seien damit in Abwehrhaltung gegangen. Als vier, fünf Leute auf die Eingekreisten losgingen, hätten diese mit den Flaschen geworfen. Eine der Karaffen traf Ronny Kunze, der Schnitte am Kopf davontrug. Der 23-Jährige wurde im Krankenhaus behandelt und hat Anzeige wegen Körperverletzung gestellt.
    WAZ - Hetzjagd bis in die Pizzeria

    gefunden/via: HitTV.eu Blog

  15. anaximander

    Off: Auf keinen Fall würde ich dir unterstellen, es gehe um das Ereignis; es geht um die Berichterstattung. Darum frage ich nach dem Warum, das geklärt werden muss, ehe man den Stab bricht.

  16. Dieter Petereit

    Sobald das Motto “Deutschland den Deutschen” und “Ausländer raus” heißt, scheiße ich auf das Motiv. Um das mal ganz deutlich zu machen.

    Natürlich kann man im Affekt einem anderen Menschen, welcher Haufarbe, Rasse, Nationalität oder was auch immer, mit subjektiver Berechtigung auf´s Maul hauen. Als Betroffener. Aber niemals unter dem Skandieren von “Ausländer raus”.

  17. anaximander

    Petereit, Sie verstehen mich nicht. Die stumpfsinnigen Sprüche sind nicht nur auf Trunkenheit zurückzuführen; sie müssen einen Grund haben und zwar keinen rationalen. Trotzdem: Welchen? - Und kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit dem wilden weiten Osten

  18. Dieter Petereit

    Ich verstehe Sie sehr wohl, Herr Mander. Das Problem in diesem Kommentarstrang ist, dass sich zwei Diskussionssachverhalte vermischen.

  19. Hetzjagd auf Afrikaner in Guntersblum bei Mainz nach Weinfest - Schoggo-TV

    […] Der Übergriff ereignete sich bereits am letzten Wochenende, also zeitgleich mit den Übergriffen in Mügeln, wurde aus ermittlungstehnischen Gründen aber bislang zurückgehalten. […]

  20. Wiki

    Hallo,
    ich habe Ihren Bericht etwas umgeschrieben und auf Wiki gesetzt (Hauptaugenmekr auf die Tat von Sebnitz”). Sollte der Bericht nicht gelöscht und Sie nicht einverstanden sein, dann schreiben Sie mir bitte eine E-Mail. Jedoch habe ich den großteil des Berichts sowieso verändert, trotzdem möchte ich das nicht ohne ihre Erlaubnis veröffentlichen.

    Gruß Wiki

  21. Wilhelm Entenmann

    @20. Wiki:

    Gibt es einen Link, unter welchem ich den besagten Artikel (Titel?) nachlesen kann?

    Bitte einfach den Link hier einfügen. Danke!

  22. Dieter Petereit

    Bestimmt ein Wikinger. Die stehen auf rohes Fleisch.

  23. Wilhelm Entenmann

    @22. Dieter Petereit:

    Sage jetzt bloß nichts gegen die ethnische Minderheit der Wikinger… .

  24. Psycho-Blog (by Falk Richter) - 01.09.2007: Mügeln im August 2007

    […] Möglicherweise stellt es sich tatsächlich als eine Tat mit ausländerfeindlichem Hintergrund heraus. Möglicherweise aber auch nicht. Man denke beispielsweise an Sebnitz.

    Es gibt Leute, die treten – zurecht! – dagegen auf, dass Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft, Religion usw. nur als Mitglieder einer fremden Gruppe und nicht als Individuen gesehen werden. […]

  25. Wilhelm Entenmann

    @24. Falk:

    …daß Du Dir noch so viel Mühe machst.

    Ach Falk, ich denke, daß Du weißt, daß es mir weniger um Links-Rechts, als denn die Konstruktion bzw. kognitive Verzerrung geht, siehe Arbeiten von Elisabeth Loftus.

    Traurig, daß Menschen sich ständig selbst in die Irre leiten, dann jammern, aber im nächsten Moment nicht hören möchten, wie sie dies entgehen können.

  26. Falk

    Mir geht es auch nicht um links oder rechts. Ich halte diese Kategorien eigentlich für veraltet… zur Vereinfachung greife aber auch ich manchmal darauf zurück.

    Mich selbst würde ich nirgendwo einordnen. In gewissen Dingen sind mir konservative Positionen recht nahe, in anderen Dingen finde ich mich am ehesten bei den Linken oder Grünen wieder.

    Diese kognitive Verzerrung scheint mir allerdings die zwangsläufige Folge zu sein, wenn jemand bei irgend einer politischen Gruppierung Mitglied wird… und aufhört, sich auch über andere Positionen umfassend zu informieren.

  27. Wilhelm Entenmann

    @26. Falk:

    Ach, …da höre ich doch (hoffentlich!) den kritischen Rationalisten raus, auch wenn dies ja nun wieder selbst wieder eine Gruppe darstellt. :-)

    Allerdings glaube ich nicht, daß diese Verzerrungen aufhören, wenn man bereit zur Information über andere Positionen bereit ist - dies würde ja einen offenen Geist vorraussetzen und die Bereitschaft, sich auf’s dünne Eis (der Unsicherheit) zu begeben.

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