Hetzjagd auf Afrikaner in Guntersblum bei Mainz nach Weinfest

Nach der “Hetzjagd” auf Inder in Mügeln: Rechtsexetremismus und Rassismus auch im Westen von Deutschland. Nach einem Weinfest in Guntersblum bei Mainz wurden zwei Afrikaner Opfer ausländerfeindlicher Gewalt von sechs Deutschen aus dem rechtsextremistischen Milieu.
Drei Deutsche seien auf die Afrikaner aus dem Sudan und Ägypten mit dem Ruf “Wir machen die Neger platt” auf die Ausländer losgegangen. Dem Sudanesen wurde eine Weinflasche auf den Kopf geschlagen, der Ägypter ging zu Boden, wurde getreten und durch Schnitte an der Hand verletzt, als er seinem Freund zu Hilfe eilte. Passanten eilten den Opfern zur Hilfe und informierten die Polizei auf dem Weinfest, welche schnell eintraf.

Der Übergriff ereignete sich bereits am letzten Wochenende, also zeitgleich mit den Übergriffen in Mügeln, wurde aus ermittlungstehnischen Gründen aber bislang zurückgehalten. (Quelle:SWR)

So nicht! Das ist Rassismus!

Also nur weil jemand anderer Hautfarbe und/oder Nationalität und/oder kein Muslim ist, wird in Deutschland niemand gejagt, geschlagen, getreten, erstochen, erschossen oder in die Luft gesprengt. Basta!

Interessant ist jedoch, daß der SWR den rassistischen Übergriff in Guntersblum unter der Überschrift Hetzjagd auf Afrikaner bei Weinfest berichtet, obwohl laut dem Bericht selbst gar keine Hetztjagd stattgefunden hat.

Aber, es passt in das, durch den Vorfall in Mügeln geschaffene Bild in den Köpfen der Leute, Zeugen und zuletzt der Journalisten selbst:
Jedem Übergriff gegen Ausländer muß eine Hetzjagd vorangegangen sein.

Mannheim, den 24.08.2007, 19:00 Uhr.

9 Reaktionen zu “Hetzjagd auf Afrikaner in Guntersblum bei Mainz nach Weinfest”

  1. Dieter Petereit

    was willst du beweisen?

  2. Wilhelm Entenmann

    @1. Dieter Petereit:

    Wie Dinge bzw. Erinnerungen (z.B. in Zeugenaussagen) konstruiert werden können sowie, in Folge, die Wahrnehmung der Öffentlichkeit “gebahnt” werden kann.

    Gewiß, ich könnte das klassische Beispiel der Manipulierbarkeit von Zeugenaussagen bzw. deren Konstruktion durch die Zeugen selbst z.B. im Zusammenhang mit Autounfällen wählen, aber ich habe mich für dies Thema (Mügeln, Sebnitz “Der Fall Joseph”, Guntersblum) als Beispiel für die Gefahren von derartigen Konstruktionen entschieden.

    Beispiel: Zeugen eines Überfalles auf einen Ausländer z.B. Türken werden nach einer Beschreibung des Täters befragt. Leider konnten diese den Täter nicht richtig sehen.
    Ich bin mir sicher, daß viele Zeugen den Täter:
    a. dennoch gesehen haben wollen.
    b. diesen mit einer Glatze erinnern wollen.

    Wenn der echte (unerkannte) Täter nun aber volle Haare gehabt hat, so wird er der Ermittlung entgehen.

    Dies ist nur ein Beispiel für die Bahnung und Konstruktion von Erinnerungen.
    Aus den Forschungen von Elisabeth Loftus ist bekannt, das dies herstellbar und vom Inhalt unabhängig ist.

    Dass der SWR von einer Hetzjagd geschrieben hat, andere Medien jedoch nicht, ist nur ein Nebeneffekt von Mügeln.

  3. Onkel Peter

    Aus Welt-Online:

    “„Focus“ berichtet, laut Polizeiprotokoll habe einer der deutschen Besucher Stiche in die Leistengegend und das Gesäß erlitten. „Wir sind dabei herauszufinden, was davon Angriff und was Notwehr war“, sagte einer der Ermittler dem „Focus“. Möglicherweise werde der Fall Mügeln einen etwas anderen Verlauf nehmen.”

    Na, was für eine Überraschung.

    Quelle:

    WELT ONLINE - Politiker fordert Verfahren gegen “Gaffer”

  4. Dieter Petereit

    Ist klar Onkel Peter. Und so beweist man sich, was man bewiesen haben will. Die Inder sind schuld, dass sich rechte Schläger auf sie gestürzt haben.

  5. Wilhelm Entenmann

    @4. Dieter Petereit:

    Die Entlastung von A bedeutet nicht die Belastung von B.

    Ich und wohl auch “Onkel Peter” wollen hier nichts beweisen (in Deiner sicht wohl die Belastung der Inder), wohl aber gewisse Dinge widerlegen (die komplette Belastung von Mügeln).

    Noch eine Meldung am Rande:
    Vor einiger Zeit wurden in Kürnbach (bei Bretten bei Bruchsal bei Karlsruhe) zwei Türken er- bzw. lebensgefährlich angeschossen. Die restlichen drei Türken flüchteten (nach Jagd?) in einen Dönerladen (so der SWR-TV Bericht).
    Der Täter war der Vater von zwei Albanern, welche zuvor von den ursprünglich fünf Türken mit Baseballschlägern, Elektroschockern, Eisenstangen, Messern(?) attackiert worden waren.
    Von Ausländerfeindlichkeit ist in jenem Fall nicht die Rede gewesen.
    Was wohl, wenn in diesem Fall die Türken oder Albaner Deutsche gewesen wären?

    Eine der wenigen Meldungen zu diesem Fall:
    Zum tödlich verlaufenen Streit in Kürnbach am Samstagabend:
    Tat offenbar Folge jahrelanger Provokationen unter jungen Männern

    Mir geht es im Falle von Mügeln um die Suche nach Wahrheit, nach den Fakten.

    Wenn in einer Auseinandersetzung Ausländer und Deutsche beteiligt waren, so sind die Deutschen:
    a. sofort die Täter (im Sinne von Urheber).
    und
    b. sofort Rassisten.

    Solches Denken entspringt einem Vorurteil, welches blind für die Fakten macht. Ein Vorurteil gegenüber Deutschen, welches man sogar als rassistisch bezeichnen könnte:
    Deutsche = Nazis und Rassisten

    Dagegen verwehre ich mich. Auch persönlich.

    Vor ungefähr einem Jahr, kurz nach dem Fall des Deutsch-Äthiopiers Ermyas M., meldete sich ein ein verwundeter Italiener bei der Polizei in Berlin(?).
    Er bzw. sein Knie sei Opfer von deutschen Nazis geworden.
    Sofort die übliche Schlagzeile, welche das Vorurteil über
    Deutsche nährten.
    …später kam dann heraus, daß der Typ besoffen auf die U-Bahngleise gestürzt war.
    Der Italiener hatte klar erkannt, daß man dies Vorurteil gegen Deutsche sehr geschickt nutzen kann, denn niemand traut sich zu hinterfragen… .

  6. Dieter Petereit

    Natürlich kann man dieses Vorurteil geschickt nutzen. Du versuchst jetzt aber so eine Art Gegenvorurteil aufzubauen. Das finde ich auch nicht besser.

  7. Horst Schulte

    Wahrscheinlich sind wir gemeinsam dafür, die Wahrheit zu sehen, zu hören und zu lesen und nicht irgendwelche “gemachten” Nachrichten, die das Ziel haben, uns zu manipulieren. Da aber Nachrichten nun einmal auch von Menschen gemacht werden, wird das nie so ganz klappen. Dabei unterstelle ich allerdings, dass sich viele Menschen schon Mühe geben, ihren “Kunden” Nachrichten zu liefern.

    Allerdings hilft es bei solchen Diskussionen auch nicht, immer die gleichen Argumente (Fälle) auszutauschen. Mich stinkt es gewaltig an, dass Sie, Herr Entenmann, einmal mehr mit dem Fall des Deutsch-Äthiopiers anfangen, nur um Ihre in meinen Augen reichlich einseitigen Botschaften unters Volk zu bringen.

    Es gibt wirklich böse Menschen.

  8. Wilhelm Entenmann

    @6. Dieter Petereit:

    Ich möchte kein “Gegenvorurteil” aufbauen, um irgendetwas anderes zu mildern.

    Ein “Gegenvorurteil”, wie Du es nennst, das es im Prinzip schon gibt, bzw. das herausklingt, sobald ein/e Deutsche/r Kritik an einem Ausländer übt:
    “Entschuldigen Sie, ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber… .”
    Diese Satzeinleitung kann man häufig hören und sie bedeutet viel bzw. sagt viel aus.

    @7. Horst Schulte:

    Der Fall des Deutsch-Äthiopiers Ermyas M. ist für mich das beste Beispiel für das reflexartige Handeln der (gutmenschlichen) Bevölkerung, der vorverurteilenden Presse und übersensiblen Teilen des Sicherheits- und Justizapparates.
    Zur Erinnerung: Wolfgang Schäuble - Rassismus und Gewalt : Wie blond und blauäugig sind Deutsche?

  9. Pressespiegel gegen Extremismus VI/07: » Extremismus, Rote Brigaden, Linksextremistin, Autonome Linksextremisten, Brandanschlag

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