02. Oktober 2007

Abu Bakr Rieger erklärt Rücktritt

Abu Bakr Rieger tritt von Ämtern beim Islamrat zurück. Islamische Zeitung diskutiert ihre Einstellung. Der Konvertit und Anwalt Abu Bakr Rieger, Herausgeber der Islamischen Zeitung, ist heute von seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender beim Islamrat zurückgetreten. Abu Bakr Rieger wolle mit seinem Rücktritt Schaden von den Muslimen und dem Islam abwenden.
Abu Bakr Rieger war wegen einer “antisemitischen Rede” ins Gerede gekommen, in welcher er vor Muslimen bzw. Türken eingestand, daß seine Großväter beim “gemeinsamen Hauptfeind nicht ganz gründlich” gewesen waren. Mit seinem Rücktritt wolle er sicherstellen, daß kein Schaden für die Sache der Muslime in Deutschland entstehe.

Die Islamische Zeitung, welche sich als Medium der Integration versteht, diskutiert ihre Einstellung. Man habe erkannt, daß es den Gegnern der integrativen Islamischen Zeitung nicht um Verständigung, sondern um Ausgrenzung ginge.

Die Sache der Muslime in Deutschland

Abu Bakr Rieger hat sich 13 oder 14 Jahre Zeit genommen, um die Konsequenzen seiner Worte über den gemeinsamen Hauptfeind seiner Großväter und den Muslimen zu ziehen. Sein Schritt erfolgt, nachdem Spiegel Online über seine “antisemitische Rede” einer breiten Öffentlichkeit berichtet hatte. Eine früherer Bericht des Deutschlandfunks blieb ohne Reaktion.
(Schoggo-TV berichtete mit Quellen und Videos, hier)

Die Islamische Zeitung reagiert wie eine beleidigte, weil ertappte Schweinsleberwurst. Statt selbstkritisch einzugestehen, wem man jahrelang Position und Plattform bot, folgen Angriffe gegen die berechtigten Stimmen der Kritiker.
Die Islamische Zeitung bietet ein Bild, welches dazu geeignet ist, die Vorbehalte gegenüber “der Sache der Muslime in Deutschland” aufrechtzuerhalten und zu verstärken.

Die Sache der Deutschen

Wir Deutschen haben aus der Geschichte unserer Großväter gelernt. Eben deshalb sind Vorbehalte gegenüber selbstunkritischen Gruppierungen in unserer Gesellschaft nicht nur berechtigt, sondern auch Sache aller Bürger in Deutschland.

Update, 03.10.2007, 13:10 Uhr:

Drei weitere Blogs schreiben über den Rücktritt von Abu Bakr Rieger:
Outcut TV - gedruckt, beknackt, behämmert - Planet Hop

Quelle:
Islamische Zeitung - Abu Bakr Rieger erklärt seinen Rücktritt vom Islamrat

Mannheim, den 02.10.2007, 22:30 Uhr.

6 Kommentare

1. Side Effects: Endlich: Abu Bakr Rieger tritt zurück schrieb am 03. Oktober 2007 um 18:00

[…] Abu Bakr Rieger ist von seinen Ämtern beim Islamrat zurückgetreten. Bei der Islamischen Zeitung diskutiert man die Einstellung. Abu Bakr Rieger - Konvertit und Anwalt ist Herausgeber der islamischen Zeitung. Islamische Zeitung diskutiert ihre Einstellung. Die Meldung der dpa im Wortlaut: […]

2. Wilhelm Entenmann schrieb am 03. Oktober 2007 um 21:17

Jetzt geht er wohl gründlich in die Offensive, dieser Herr mit seinen “ungründlichen Großvätern”:
Kampagnenjournalismus: Aus den Hinterhöfen des Internets.
Von Abu Bakr Rieger
Antisemitismus und Islam schließen sich aus
(Link).

Auszug: “Es gibt bereits Internetseiten, die sich auf die Anprangerung von Muslimen geradezu spezialisiert haben.”

Kein Wunder, daß der scheinbar gründliche Enkel andernorts über Löschungen des Internets berichtet:
Akte Internet (Link)

3. GeistesWelt schrieb am 03. Oktober 2007 um 22:27

Eigentlich hätten “Worte des Bedauerns” und “Verweise auf Jugendsünden” mit einer Prise Selbstkritik genügt seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Warum bringt er das nicht fertig?

4. Wilhelm Entenmann schrieb am 04. Oktober 2007 um 00:27

@3. GeistesWelt:

Man ist und bleibt halt Deutscher, man macht die Sachen “gründlich”. ;-)

Keine Ahnung. Die kindische Sperrung und spätere Löschung des originalen Videos auf YouTube, aber auch das dortige “Neues vom Abu Bakr Rieger Komplex”-Video (eine Art Sympathie-Video), welches inzwischen vom Benutzer worden ist,… ein merkwürdiges Versteckspiel.

Gut, daß man Videos von YouTube auf die Festplatte kopieren kann - speziell das “Neues vom Abu Bakr Rieger Komplex”-Video ist oberpeinlich, aber hat einen hohen Unterhaltungswert. :-)

5. GeistesWelt schrieb am 04. Oktober 2007 um 19:12

@Wilhelm: Er geht in keinster Weise auf die eigentlichen Vorwürfe ein, wie er dazu kommt den Holocaust seiner Großväter als nicht gründlich genug zu bezeichnen. Stattdessen Nebelkerzen und uninteressantes BlaBla - man könnte oder muß beinah annehmen, dass sich sein Standpunkt bis heute nicht geändert hat und man selber richtig liegt, diese Brüder mehr als kritisch zu sehen und ihnen kein Wort zu glauben…

6. Wilhelm Entenmann schrieb am 09. Oktober 2007 um 11:17

@5. GeistesWelt

Die Mischung “Rechtsanwalt” und “Taqiyya” (Link) ist in unserem Rechtssystem eine “fadenscheinige Sache”. ;-)

btw. “Justiz”.
Was ist eigentlich aus den Projekt “Häkelkurse für Konvertiten in Pakistan” geworden? :-)

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