07. Oktober 2007

Rassismus im Fußball? Deutscher Nationalspieler lehnt Israel ab!

Ashkan Dejagah vom VfL Wolfsburg und Spieler in der deutschen U21 Nationalmannschaft ist gebürtiger Iraner und möchte deshalb wohl nicht am Länderspiel der deutschen U21 am Freitag in Israel teilnehmen. “Es ist bekannt, dass ich Deutsch-Iraner bin. Mehr möchte ich dazu nicht sagen”, kommentierte der deutsche Nationalspieler, dessen Bruder Ardeshir Dejagah beim iranischen Verein Paykan Teheran unter Vertrag steht, seine Entscheidung gegen Israel und die deutsche U21 Nationalmanschaft.

newsclick.de klärt auf:

“Hintergrund von Dejagahs Absage: Israel und der Iran sind Erzfeinde.”

Schoggo-TV fordert die “Rote Karte”

Herr Dejagah sollte sich nach seinem “Foulspiel” überlegen, ob die deutsche Staatsbürgerschaft vielleicht hinderlich für Fußballer-Karrieren sein könnte.

Mit seiner antiisraelischen Äußerung hat er wohl nicht nur die Statistik rassistischer Handlungen und Äußerungen im deutschen Fußball künstlich nach oben getrieben, sondern womöglich auch das Vertrauen in potentielle Immigranten aus islamischen Ländern geschädigt:

Wie soll eine zukünftige multikulturelle und -religiöse deutsche Nationalmannschaft spieltauglich sein, wenn diese denn gegen Länder mit verhaßten Religionen oder Völkern antreten soll?
Archaischer Nationalismus und religiöse Intoleranz gefährden den Sport!

Das Blog “Fakten und Fiktionen” hat ähnliche Gefahren für die Spieltauglichkeit der französischen Nationalmannschaft bereits bei der letzten Fußball-WM angedeutet, hier.

Schoggo-TV stellte am 24.07.2007 unter dem Titel “Einbürgerung: Türken werden Deutsche” die Gretchenfrage, wie Neu-Deutsche mit der deutschen Geschichte, speziell dem Holocaust an den Juden umgehen, wenn diese in Konflikt mit der eigenen Abstammung und Religion geraten, hier.

Quelle:
newsclick.de - Politische Gründe: Dejagah nicht zur U21

Gefunden bei:
Fakten und Fiktionen - Was haben Sie eigentlich gegen den Islam? (Kommentare)

Wikipedia:
Ashkan Dejagah

Mannheim, den 07.10.2007, 19:30 Uhr.

13 Kommentare

1. anaximander schrieb am 07. Oktober 2007 um 20:07

Es wird eine schwierige Entscheidung sein. Ich würde den Mann aus der U21 verbannen; er hat in einer Mannschaft, die in allen Ländern der Welt Fußballspielen darf/muss, nichts zu suchen. Basta!

2. Wilhelm Entenmann schrieb am 07. Oktober 2007 um 20:12

@1. anaximander:

“Verbannung”, tue dies, man wird Dich “Rassist!” nennen, weil man die wahren Umstände vergessen haben wird/will.

3. Falk schrieb am 07. Oktober 2007 um 21:26

Ich frage mich, was der überhaupt in dieser Mannschaft verloren hat ;)

4. anaximander schrieb am 07. Oktober 2007 um 21:55

Das hat mit Rassismus nicht das geringste zu tun; der Mann ist kein Sportler und um Sport gehts doch - oder?

5. Wilhelm Entenmann schrieb am 08. Oktober 2007 um 07:19

@3. Falk:

…was der überhaupt in dieser Mannschaft verloren hat.

Mögliche Antwort:
“Hach, ist das jetzt rassistisch und diskriminierend gewesen?
Man kann doch nicht erfolgreich integrierte Migranten ausgrenzen, weil sich diese ihre kulturellen Wurzeln bewahrt haben.”

@4. anaximander:

Siehe “Antwort” an Falk: So oder ähnlich hatte ich das gemeint - auch wenn Du (selbstverständlich) recht hast.

6. Wilhelm Entenmann schrieb am 08. Oktober 2007 um 12:38

Oops, PI hatte die Meldung doch schon bereits am 06.10.2007 gegen 22h online.

Das habe ich glatt übersehen in meiner Suche nach der Antwort auf die eigentliche Frage:
“wie Neu-Deutsche mit der deutschen Geschichte, speziell dem Holocaust an den Juden umgehen, wenn diese in Konflikt mit der eigenen Abstammung und Religion geraten?”

Okay, hier der Link zu PI:
Fußballprofi Ashkan Dejagah sagt Israel-Reise ab - Politically Incorrect

7. anaximander schrieb am 08. Oktober 2007 um 17:17

Ach ja, und das “Der Pressesprecher des Deutschen Fußballbundes (DFB), Harald Stenger, hat die Absage des Wolfsburger Spielers Ashkan Dejagah für die bevorstehende Israel-Reise der deutschen U21-Auswahl “aus politischen Gründen” verteidigt. Für den DFB ist das völlig okay. Warum dann aufbegehren? ;

8. Nicht gegen Israel - Verstand in Gefahr?! schrieb am 09. Oktober 2007 um 07:40

[ … ] Und natürlich darf der Zentralrat der Juden nicht fehlen, wenn auch nur im entfernsteten Sinne das Thema “Israel” betroffen ist. Mit alle Mann auf den armen Ashkan Dejagah, der nur genau das macht, was viele iranische Sportler vor ihm gemacht haben, nämlich einem Wettkampf in und gegen Israel aus dem Weg gehen. Und seine persönliche politische Einstellung hat er bisher auch nicht öffentlich gemacht. Aber das tut den polemischen Angriffen ja keinen Abbruch. [ … ]

9. The Roach schrieb am 09. Oktober 2007 um 09:47

Die Berichterstattung in den Massenmedien ist ja ziemlich einseitig. Dass den Verwandten des Spielers, sollte er in Israel Spielen, schwere Repressionen drohen, wird stillschweigend übergangen. Ist das durch ‘Er darf ja in der Nationalmannschaft spielen’ bereits abgegolten? ERine interessante Analyse der Sache bieded BildBlog.

10. Wilhelm Entenmann schrieb am 09. Oktober 2007 um 10:17

@9. The Roach:

Gewiß kann man die Entscheidung von Ashkan Dejagah gegen Israel durch die Hintergrundinformationen aus dem Iran relativieren bzw. erklären.
Aber ich gebe zu bedenken:
Es ist die freie Entscheidung von Ashkan Dejagah hier zu leben und zu arbeiten, sowie die doppelte Staatsbürgerschaft angenommen zu haben. Dafür muß er auch die Konsequenzen von möglichen Dilemmas tragen.
Er muß sich halt entscheiden, wo er hingehört.

Nebenbei. All jene, welche jetzt durch Hintergrundinformationen aus dem Iran die Entscheidung von Ashkan Dejagah nicht nur zu erklären, sondern auch zu rechtfertigen suchen, wären glaubhafter, wenn sie auch sonst über den Iran und dessen Judenhass berichten würden.

Nochmals: Mir geht es hauptsächlich um das Dilemma, wenn Neu-Deutsche aufgrund ihrer Herkunft u./o. Religion mit der deutsche Geschichte (und deren Verpflichtungen) sowie aktuellen Begebenheiten in Konflikt geraten:
Ist unsere Gesellschaft (Sport eingeschlossen) noch handlungsfähig, wenn wir den einzelnen Spezifikas der Neu-Bürger jeweils nachgeben?

@7. anaximander:

Geh mal gucken zum Thema Ausländerregelung (Link).
Ich habe den Eindruck, daß der DFB in einer Art Migranten-Presse steckt. ;-)

11. chauvi.blog » Blog Archive » Ist Ashan Dejakgah israelfeindlich? schrieb am 09. Oktober 2007 um 14:38

[…] Dumm finde ich, dass jemand der sich um seine Familie sorgt als Antisemit hingestellt wird und nun versucht wird eine grosse Sache daraus zu machen, bzw. selber auf der antisemitischen Welle zu reiten. […]

12. Konrad schrieb am 12. Oktober 2007 um 09:05

HAMMERGESCHICHTE

EIN SEHR GUTER BEITRAG AUF GEGENSTIMME.net!

Halaluzinationen - Kulturbereicherer bei der Arbeit (Link)

13. Ashkan Dejagah: Zentralrat der Juden zeigt Verständis - Schoggo-TV schrieb am 13. Oktober 2007 um 08:16

[…] Zentralrat der Juden in Deutschland zeigt Verständis für persönliche Gründe des deutsch-iranischen Nationalspielers und Israel-Verweigerers Ashkan Dejagah. Der Deutsch-Iraner Ashkan Dejagah, welcher die Teilnahme am gestrigen EM-Qualifikationsspiel der U 21-Nationalmannschaften von Deutschland und Israel in Tel Aviv verweigert hatte und dafür heftig kritisiert worden war (hier), bekam nun eine Art Freistoss vom Zentralrat der Juden in Deutschland. […]

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