18. Januar 2008

Nokia Boykott: Klaus Goll Chef von Nokia-Deutschland spricht

Der Chef von Nokia-Deutschland, Klaus Goll, sagt in der Bild-Zeitung über einen Boykott von Nokia durch die deutschen Verbraucher:

“Eine Werksschließung sorgt generell für große Aufruhr und Unverständnis bei unseren Kunden. Der Versuch, die Marke Nokia zu boykottieren, ist aber für mich nicht nachvollziehbar. Er ist sogar schädlich, weil damit weitere Arbeitsplätze gefährdet werden können.”

Angst um den eigenen Job oder aber eine Drohung aus der Chefetage?

Ein verängstigter Chef-Manager?
Wie besorgt sich so ein Top-Manager doch geben kann, wenn es denn wohl auch um den eigenen Arbeitsplatz gehen mag. Oder meint der Chef von Nokia-Deutschland, der Herr Klaus Goll, vielleicht die Arbeitsplätze von möglichen rumänischen Putzfrauen bei sich zu Hause?

Ein drohender Nokia-Chef?
Macht sich da ein Top-Manager gar berechtigte Sorgen vor der Macht der wütenden deutschen Steuerzahler und Arbeitnehmer? Greift ein, in die Enge getriebener Manager zur letzten Waffe, die er seiner Meinung nach vielleicht zu besitzen glaubt, und will den Deutschen drohen?

Auf solch eine mögliche Drohung von Herrn Heinz Goll kann es jetzt erst recht nur eine Antwort durch den deutschen Verbraucher geben:

Chef von Nokia-Deutschland zu Boykott

Quellen:
- Bild-Zeitung - Sind Sie eine Subventions-Heuschrecke, Herr Nokia?
- Kneller animierte Gifs - Telefone

Hinweis:
Das obige “Verbotsschild” darf von jederfrau/-man verwendet werden, wenn es sich bei der Verwendung um einen Boykottaufruf gegen Nokia und/oder der Unterstützung von Boykottaufrufen gegen Nokia handelt.

Mannheim, den 18.01.2008, 07:30 Uhr.

11 Kommentare

1. Irene Kleinhorst schrieb am 18. Januar 2008 um 15:17

Ich werde nie wieder ein Nokia Handy kaufen.
Man sollte diesem Klaus Goll wirklich mal zeigen, welche MAcht der Verbraucher hat.Nur mit Solidarität kommen wir weiter.Wenn ich die E.Mail Adresse von diesem Herrn hätte, würde ich ihm auch selber mal schreiben.

2. anaximander schrieb am 18. Januar 2008 um 16:36

Wer jetzt noch ein Nokia-Handy kauft, versteht nichts von Demokratie - oder spricht kein Deutsch. Goll meint, wenn Deutschland Nokia bestreikt, gehen in Rumänien Arbeitsplätze verloren. - Diese Drohung müsste in Deutschland ungehört verhallen………

3. Wilhelm Entenmann schrieb am 19. Januar 2008 um 10:19

@1. Irene Kleinhorst & 2. anaximander:

Ich wünsche mir so sehr, daß die Verbraucher den Konzernen endlich einmal zeigen würden, wer den Geldbeutel besitzt.
Dem Verbraucher, Arbeitnehmer und Steuerzahler sollte endlich einmal seine Macht bewußt werden.

Gestern machte hier ein privater Radiosender ganz offen Front gegen Nokia, befragte seine Hörer, was man gegen Nokia tun könne. Die Antworten der meist jugendlichen Anrufer (welche als Käufer für Nokia sehr wichtig sind) wurden vom Sender als “super” und “cool” kommentiert. Wenn Nokia bei seiner jugendlichen Zielgruppe das Image “uncool” und “nicht hip” erhält, dann müßen sich die Finnen wohl bald warm anziehen.

4. Falk schrieb am 20. Januar 2008 um 13:33

Ich würde Dir empfehlen, das Bildchen noch etwas zu überarbeiten. So sieht es nämlich aus wie ein Boykott-Aufruf bezogen auf eine asiatische Automarke 8)

5. Wilhelm Entenmann schrieb am 20. Januar 2008 um 13:46

@4. Falk, sehe das einmal so:

KIA stellt Automobile her.
Ein Handy ist kein Automobil.

Der Button (NO KIA) zeigt ein durchgestrichenes Handy, und sagt somit zu Recht aus, daß ein Handy nicht von KIA stammen kann. ;-)

6. Nokia Boykott « Netzsammler schrieb am 20. Januar 2008 um 18:43

[…] Schoggo-TV : Nokia Boykott: Klaus Goll Chef von Nokia-Deutschland spricht […]

7. Jean Kraak schrieb am 23. Januar 2008 um 17:01

Ich hatte mich eigentlich schon vor Weihnachten für ein hochwertiges Nokiagerät entschieden und den Kauf auf die normalerweise billigere WSV-Zeit verschoben. Nun werde ich meine Kaufabsicht aber canceln.

Nicht wegen dem Geschrei deutscher Politiker um verlorene Subventionen oder weil ich es unseren rumänischen Nachbarn nicht gönnen würde auch ein paar Euros zu verdienen.

Sondern wegen der Kaltschnäuzigkeit des Nokia-Managements. Denn Mr. Kallasvuo hatte es bisher nicht nötig, sich über die seit langem geplante Werksschließung zu äußern. Und mit Aussagen wie: “made in Germany, würde Verbraucher nicht mehr interessieren”, schafft man sich bestimmt auch keine Freunde in Deutschland. Selbst in der finnischen Presse ist man sehr erstaunt über dieses Verhalten und spricht von fehlender Sozialkompetenz.

Bleibt zu hoffen, daß Politiker und Manager dazu lernen:
- Die Politiker, daß direkte Subventionen und Steuererleichterungen nur kurzfristig nützen.
- Die Manager, daß nur angemessene “Lohnkosten” für eine ständige Nachfrage sorgen.

Sonst leben wir bald in einer Welt, in dem der Konsum subventioniert werden muß (zB. Hartz IV) um den Aktionären ihren Profit zu erhalten - und das widerspricht jedem Marktgesetz!

8. Igor schrieb am 29. Januar 2008 um 13:40

Wir dürfen nicht vergessen wie Kapitalismus (also Marktwirtschaft) funktioniert, nämlich so wie es Nokia jetzt tut.
Die Politik ist hier gefragt die derzeitige Subventionspolitik unbedingt zu ändern.
Trotzdem mache ich mit - ich kaufe mir kein NOKIA Handy.
Das Ganze hat aber nur Sinn wenn der Boykott über einen längeren Zeitraum läuft. Die nächsten 3 Monate sind bei Nokia einkalkuliert, wenn der Boykott aber bis zum Weihnachtsgeschäft läuft rollen bei Nokia Köpfe.
Ich glaube aber nicht dran das in 4 Monaten noch jemand über Nokia spricht.

Igor

9. Wilhelm Entenmann schrieb am 29. Januar 2008 um 14:24

@8. Igor:

Ja, die Menschen vergessen schnell.
Allerdings dürfte die Sache in knapp einem Jahr wieder hochkochen, wenn das Werk in seiner jetzigen Form dann tatsächlich geschlossen werden sollte.

Im Moment versucht sich Nokia an so einer “Auffangslösung” - was mir aber zeigt, daß der Druck funktioniert.

10. Blimp, Böse Worte schrieb am 03. Februar 2008 um 20:17

@9. Wilhelm:
“Im Moment versucht sich Nokia an so einer “Auffangslösung” - was mir aber zeigt, daß der Druck funktioniert.”

Das ist leider eine der üblichen Maßnahmen um, die negativen Schlagzeilen mundtot zu machen. “Auffanglösungen” und “Auffanggesellschaften” fangen allenfalls die PR-Bemühungen auf. Die Betroffenen Arbeitnehmer fallen dabei durch und landen am Ende doch hart. Diese Augenwischerei sollte also nicht zu einem Nachlassen des Drucks führen. Nein es muss diesen Bazillen richtig weh tun. Nur so trauen sie es sich so schnell nicht noch einmal.

11. Wilhelm Entenmann schrieb am 04. Februar 2008 um 00:13

@10. Blimp, Böse Worte:

Nokia kann sich strecken wie sie/es möchte, aber wird nicht mehr so schnell aus den Medien rauskommen.

Inzwischen wurde a. der hohe Gewinn in Bochum, b. der wahrscheinliche Subventionsbetrug (zu wenige Stellen, Staatsanwaltschaft ermittelt), c. die frühen Absprachen und “Subventionen” (Steuerfreistellung für 30 Jahre) für Nokia und den Zulieferfirmen in dem Industriepark in Rumänien bekannt.

Vor einiger Zeit kam ja auch die Meldung, daß das Ansehen der Marke Nokia in Deutschland schwer gefallen ist.

Übrigens:
Man muß auch den “Werbepartnern” von Nokia dezent auf die Füße treten, z.B. “Nokia Night of the Proms” oder “BRAVO Newcomer in Kooperation mit Nokia”. Ich hatte bereits darüber gebloggt.
Kein Werbepartner sollte es sich in Deutschland leisten können, mit dem Namen Nokia in einem Atemzug genannt zu werden. Du verstehst meine Taktik? ;-)

Anmerkung:
Ich bin zwar ein Vertreter der freien Marktwirtschaft und habe auch prinzipiell kein Problem, wenn Firmen den Standort wechseln, denn auch deutsche Firmen tun dies. Es geht auch nicht um finnisch versus deutsch o.ä.
Ich habe nur ein dickes Problem damit, wie frech Nokia hier abgezockt und uns alle verarscht hat. Nokia hat für mich das überschritten, was Ethik und Moral gebieten.

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