25. September 2008

Ludwigshafen Pestalozzi-Schule ohne Rassismus

Pestalozzi-Schule Ludwigshafen als erste Hauptschule in Rheinland-Pfalz als Schule ohne Rassismus ausgezeichnet, denn Pestalozzi-Schule Ludwigshafen ist eine Schule mit Courage, die aktiv gegen Rassismus vorgeht. US-Generalkonsulin Jo Ellen Powell wird Patin der Schule ohne Rassismus.

Schule ohne Rassismus Colored Waiting RoomRote Karten für Rassisten auf dem Schulhof Als erste Schule in Ludwigshafen und erste Hauptschule in Rheinland-Pfalz, wurde gestern die Pestalozzi-Schule Ludwigshafen [1] als “Schule ohne Rassismus” [2, 3] ausgezeichnet, nachdem sich dort bislang über 80 Prozent der Schüler und Lehrer schriftlich verpflichtet haben, gegen Diskriminierungen vorzugehen und bei Konflikten einzugreifen. Bei der Feier mit der US-Generalkonsulin Jo Ellen Powell [4], welche die Patenrolle für die Schule übernahm, rappten Schüler “Wenn Dich die Hautfarbe eines anderen stört, bist Du einer, der nicht auf diese Schule gehört” [5].

“Grundlage jeder Erkenntnis ist die Anschauung.” Johann Heinrich Pestalozzi [6]
Mit Unterschriften gegen Stereotype Die schrecklichen Zeiten der Rassentrennung (s. Bild oben [A]) sind inzwischen überwunden und warum sollte sich heute eine türkische Schülerin mit Kopftuch nicht neben einen deutschen Klassenkameraden setzen wollen? Rassistische Stereotype, vereinfachende Annahmen über den Zusammenhang von Ethnie und Eigenschaften, führen zur gegenseitigen Diskriminierung und machen ein gemeinsames Leben und Lernen unmöglich. Stereotype sind Kopfgeburten, welche sogar zu einer Selbstbehinderung (”Stereotype threat”) [7] führen können.
“Im Alltag lernen die Jugendlichen, dass Stereotypen falsch sind”, so die Patin der Pestalozzi-Schule in Ludwigshafen, Jo Ellen Powell [5], und man darf sich fragen, ob Selbstverpflichtungen per Unterschrift der richtige Weg zum Abbau von Sterotypen im Kopf einer türkischen Schülerin (”Schweinefleischfresser!”) und eines deutschen Schülers (”Kopftuchwindel!”) sein können.

Schule ohne Rassismus Johann Heinrich Pestalozzi“Je mehr und je tiefer der Mensch denkt, desto sparsamer wird er in seinen Worten.” Johann Heinrich Pestalozzi [6, B]
Typisch deutsch! Die Initiative “Schule ohne Rassismus” ist typisch deutsch und bereitet Angst, wenn mit einer geradezu arischen Akribie, Perfektion und Organisation dem Individuum ein schriftliches Bekenntnis abgezwungen wird, dem es sich wegen des Gruppendrucks nicht zu entziehen vermag, denn dann wäre es jemand, “der nicht auf diese Schule gehört”.
Eine besondere Gefahr bei dieser Art Selbstverpflichtung zum Anti-Rassismus besteht darin, daß es als politisch korrekt gilt, die Zugehörigkeit zu einer Religion mit einer Rasse zu verwechseln bzw. Kritik an einer Religion mit Rassismus gleichzusetzen. Wer sich mit einer, durch Gruppendruck zustande gekommenen Unterschrift zum Vorgehen gegen Rassismus verpflichtet hat, dem droht in Zukunft eine Selbstbehinderung (”Stereotype threat”) [7], wenn es um gerechtfertigte Religionskritik geht. Also doch bald wieder “schreckliche Zeiten” in Deutschland?

Mannheim, den 25.09.2008, 12:42 Uhr.
Dies war der 1250. Beitrag von Schoggo-TV! (seit dem 7. Januar 2006 ->hier)

Links auf Quellen
[1] Pestalozzischule Ludwigshafen - Leben und Lernen mit Kopf, Herz und Hand
[2] Schule ohne Rassismus - Startseite: SOR-SMC BK
[3] Wikipedia - Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
[4] Amerikanisches Generalkonsulat Frankfurt - Generalkonsulin Jo Ellen Powell
[5] Mannheimer Morgen - Breiter Kampf gegen Intoleranz
[6] Wikipedia - Johann Heinrich Pestalozzi
[7] Wikipedia - Bedrohung durch Stereotype (englisch: “Stereotype threat”)

Bildnachweis
[A] Wikipedia-Bilder - ‘’1943 Colored Waiting Room Sign'’ von Esther Bubley
[B] Wikipedia-Bilder - ‘’Johann Heinrich Pestalozzi'’ von F.G.A. Schöner

15 Kommentare

1. Falk schrieb am 25. September 2008 um 12:57

Mich stört keine fremde Hautfarbe, andere Herkunft, Religion usw., aber ich bekomme Pickel und Aversionen, wenn ich Rap-”Musik” höre! 8)

2. Wilhelm Entenmann schrieb am 25. September 2008 um 13:00

@1. Falk:
ich bekomme Pickel und Aversionen, wenn ich Rap-”Musik” höre!

Sorry, damit grenzt Du Dich aus, weshalb Dir Walther die “Rote Karte” zeigt:

Walther Lob - Alle Joker

…wollt ich immer schon mal loswerden! ;-)

3. Falk schrieb am 25. September 2008 um 13:57

Da steht aber unten rechts (RECHTS!!!): “Lobkarte” 8)

4. Wilhelm Entenmann schrieb am 25. September 2008 um 14:03

@3. Falk:
Da steht aber unten rechts (RECHTS!!!): “Lobkarte”

…ich hatte nur nicht geschrieben, daß auch Walther Rap-Musik nicht mag. :-)
Ergo: Lob!

5. anaximander schrieb am 25. September 2008 um 14:19

Hm, seit wann ist Rap Musik? Ist mir da was entgangen?

6. Gilbert schrieb am 25. September 2008 um 15:21

Ja ja, die Deutschen … landen ein Amerikaner, ein Russe und ein Deutscher auf dem Mars. Der Amerikaner steckt seine Flagge in den Sand, der Russe steckt seine Flagge in den Sand, der Deutsche steckt ein Schild in den Sand mit der Aufschrift “Hier entsteht das Mars-Verwaltungsamt.”

7. anaximander schrieb am 25. September 2008 um 15:23

Der ist gut. Besser kann man es gar nicht mehr sagen ;-)

8. Gilbert schrieb am 25. September 2008 um 15:42

Man könnte auch mit Asterix argumentieren (oder besser Methusalix): “Du weisst, ich habe nichts gegen Fremde. Viele meiner Freunde sind Fremde - aber diese Fremden sind nicht von hier!”

9. Wilhelm Entenmann schrieb am 25. September 2008 um 16:51

IN SACHEN RAP

Mit diesem Rap ->hier (Video) hätte die Pestalozzi-Schule wohl keine Chancen gehabt, oder gerade doch?

@ Gilbert:

Für Dich hat Walther auch noch etwas -
“Unwissende” mögen das Bild anklicken:

Ceterum censeo religionem Mohammedanam esse interdicendam

10. Gilbert schrieb am 25. September 2008 um 17:49

Ich glaube, die müssen so reden, weil man sonst immer die verbliebene Gehirnzelle im Hohlraum hin- und herkullern hört. Und mit nur einer Gehirnzelle kommt auch nicht mehr raus, als was man da hört.

Danke an Walther. Hat er aber schön hinbekommen.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass es noch viel mehr Schulen ohne Rassismus gibt: bei uns in der Dorfschule gibt es keinen Rassismus, weil es keine Ausländer gibt, und im Ruhrpott gibt es auch viele Schulen ohne Rassismus, weil es da keine Deutschen mehr gibt.

11. Wilhelm Entenmann schrieb am 25. September 2008 um 18:36

@10. Gilbert:
bei uns in der Dorfschule gibt es keinen Rassismus, weil es keine Ausländer gibt, und im Ruhrpott gibt es auch viele Schulen ohne Rassismus, weil es da keine Deutschen mehr gibt.
…aha, dann wird es wohl doch wieder so Schilder, wie ein solches ganz oben im Beitrag gezeigt, geben(?).

12. Gilbert schrieb am 25. September 2008 um 18:47

Wo wir gerade dabei sind: so Typen wie die in deinem Rap-Video aus comment9 gehen ja auch immer gemeinsam auf’s Klo. Angeblich, weil die ihr Ding nicht alleine aus der Hose bekommen (wenn man dem Rap trauen darf). Ich tippe aber eher drauf, dass einer alleine mit dem Reissverschluss überfordert ist.

13. Wilhelm Entenmann schrieb am 25. September 2008 um 18:54

@12. Gilbert:
so Typen wie die in deinem Rap-Video aus comment9 gehen ja auch immer gemeinsam auf’s Klo.
Nur Frauen gehen gemeinsam in die Toilette! Aber wenn ich mir das so richtig überlege…, woher hast Du dies ->hier gewußt? :shock::mrgreen:

14. Falk schrieb am 27. September 2008 um 21:15

Die Überschrift erinnert mich übrigens an eine Rede von Ahmadinedschad an einer US-Universität, in der er behauptet hatte, dass es im Iran keine Schwulen geben würde. Und als man ihm vorhielt, dass man Schwule im Iran kennen würde, wollte er Namen wissen… 8)

15. Wilhelm Entenmann schrieb am 28. September 2008 um 14:32

@14. Falk
…dass man Schwule im Iran kennen würde, wollte er Namen wissen….
Denunziation dürfte bald eine Tugend der Jugend werden.

Schreibe einen Kommentar

Folgende Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>