Hartz-IV-Rattenjäger in Berlin
Hartz-IV-Empfänger sollen in Berlin Ratten jagen und pro Ratte einen Euro bekommen. Henner Schmidt FDP Berlin-Mitte mit zynischer Idee für arme Leute.
Die Rattenfänger von Berlin Berlin-Mitte habe ein großes Rattenproblem, dem das Gesundheitsamt wegen fehlender Mittel nicht Herr werden würde, meint der Chef der FDP Berlin-Mitte Henner Schmidt [auf seiner -> Homepage] und schlägt vor, dass sich die Bürger freiwillig an einer zeitlich begrenzten Rattenjagd beteiligen und pro Ratte einen Euro erhalten sollten. “Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen”, wird Henner Schmidt zitiert [-> Berliner Kurier], weshalb man andernorts die Jagd auf FDP-Politiker andenkt [-> Montagsdemo Dortmund]. Ratten statt Flaschen sammeln, es ist fürwahr ein verächtliches Menschenbild, welches Henner Schmidt offenbart und wohl nur durch seine Erfahrungen in der Politik zu erklären sein mag, wo die Rattenfängerei gang und gäbe ist, dabei auch mit einer Fangprämie pro Stimme belohnt wird. Dass nun einige findige Berliner wegen der ausgelobten Prämie des Ex-McKinsey Mitarbeiters Henner Schmidt Ratten züchten und gerade damit die Rattenplage künstlich steigern könnten, auch hierbei sei auf die Mechanismen der Politik verwiesen.
Mannheim, den 16.12.2008, 12:35 Uhr.
[Bildnachweis: LebendRattenfalle von -> kollig]
Am 16. Dezember 2008 um 15:47 Uhr
Unabhängig jetzt mal von der Zynik ggü. den Hartz-IV-Betroffenen finde ich das Ganze auch recht merkwürdig und bezeichnend für die Kompetenz eines (ehemaligen) Unternehmensberaters.
Was sollte man tun, wenn man Schädlinge im Haushalt oder anderswo effektiv bekämpfen möchte? Ich weiß nicht, ob ich mit meiner persönlichen Denke irgendwie völlig anders ticke als andere Leute, aber ICH komme da zunächst auf so Ideen wie: die Nahrungsgrundlage entziehen, indem man Essen oder Müll nicht einfach so rumliegen lässt und entsprechend häufig reinigt, Schlupflöcher dicht machen usw. … kurzum: die Ursachen des Übels bekämpfen.
Man kann natürlich auch Beschäftigungstherapie betreiben und tagtäglich die einzelnen Exemplare eines “Schädlings” neu einsammeln. Übrigens kommt eine Ratte im Durchschnitt pro Jahr auf 4 Würfe à 5 bis 18 Junge:
-> Fortpflanzung bei Ratten
Wenn Dummheit schreien könnte…
Am 16. Dezember 2008 um 17:21 Uhr
Vielleicht ist einer klug genug, den Rattenfänger von Hammeln nachzuahmen - und den Bürokraten die Show zu stehlen…
Am 16. Dezember 2008 um 17:40 Uhr
Irgendwo habe ich mal gelesen, das die englische Kolonialverwaltung in Indien einstmals eine Prämie für den Fang einer ganz bestimmten, gefährlichen Schlangenart ausgelobt hat. Die klugen Inder haben die Viecher dann gezüchtet und den Engländern verkauft.
Am 16. Dezember 2008 um 17:51 Uhr
Drei musikalische Antworten
@1.Falk
Genau, es ist wegen der ->Rat in Mi Kitchen, passend von UB40, weil dies der Namen des engl. Arbeitslosenformulars war/ist.
@2. anaximander
Du meinst bestimmt die -> Rat Trap von den Boomtown Rats(?).
@3. Eichbaum
Die Geschichte wiederholt sich eben immer, die ->Return Of The Rat kehrt aus dem Nirvana zurück.
Am 16. Dezember 2008 um 19:21 Uhr
Die Hartzer verkommen zur Verfügungsmasse der Tagespolitik. Vorschläge, was diese denn machen sollten sind nicht selten und immer mehr als dumm. Wenn ich Bundeskanzler mit meiner Kampagne “Korrupt aber ehrlich!” werden sollte, dann würde ich vorschlagen, dass solche Leute mal meinen Garten machen könnten, zum Beispiel.
Ach so, dass ein FDP-Politiker da mitmacht ist erschreckend, sollen die doch “klüger” als die anderen sein. Aber auch positive Vorurteile sind Vorurteile …
Am 16. Dezember 2008 um 22:32 Uhr
Ach, GeistesWelt, hast du schon einmal einen klugen Politiker gesehen? - Dieses Vergnügen wurde mir noch nicht zu Teil…
Am 16. Dezember 2008 um 22:35 Uhr
Nachtrag: Die Ratten sollen gefangen werden? Das ist eine wunderbare Idee, die wenigstens dem Gesundheitsmarkt Gewinne bringen wird…
Am 17. Dezember 2008 um 06:08 Uhr
Der HartzIV-Bezügler als Klofrau der Nation. Tagtäglich wird gefachsimpelt, was man mit dieser “Randfigur” so anstellen könnte. Und irgendwie zielen die Vorschläge alle in die Richtung, ihm den Status HatzIV zu erhalten und für alle die Drecksarbeit zu machen.
Am 17. Dezember 2008 um 06:14 Uhr
@4. Wilhelm Entenmann
Ein löbliches Lied, aber das Original von den Wipers ist mir lieber:
http://www.youtube.com/watch?v=m5SxzET4CJY
Am 17. Dezember 2008 um 09:08 Uhr
Da gibt’s doch auch einen Limerick zu:
Der Rattenfänger von Attendorn
blies folgendes auf seinem Rattenhorn:
“Alles raus aus der Stadt,
was den Schwanz hinten hat!”
Er selber blieb drin, denn .. denn .. äh
Am 17. Dezember 2008 um 19:30 Uhr
Äääh, kann es sein, dass hier Anwaltsvolk anwesend ist, das über Google nach Henner Schmidt Ratte sucht, um ggf. kostenpflichtige Abmahnungen etc. versenden zu können?
Am 18. Dezember 2008 um 21:01 Uhr
Ja das ist doch toll — und es gibt bestimmt leckere Rezepte mit denen man Geld sparen kann und Umweltfreundliches, gesundes Fleisch geniessen kann.
Pass the ketchup, I think it is going to rain.