04. Januar 2009

Baum der Erlösung in Telfs

Tatort Baum der Erlösung Telfs Moschee MinarettTatort-Krimi “Baum der Erlösung” Drei türkische Mädchen und ein junger türkischer Mann haben sich an den Ästen vom Baum der Erlösung in Telfs in Tirol in Österreich erhängt, um einer Zwangsehe zu entgehen.  Als unter dem Baum die Leiche einer jungen Türkin entdeckt wird, geht die Polizei zunächst auch von einem Selbstmord aus, ermittelt dann aber wegen Mord.  Der vom österreichischen Innenministerium entsandte Wiener Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und sein Tiroler Kollege Franz Pfurtscheller (Alexander Mitterer) müssen sich in Telfs nicht nur mit zwei verfeindeten türkischen Clans herumschlagen, sondern geraten auch in die Auseinandersetzung um das Minarett der Moschee in Telfs [-> RBB, mit Trailer].
TV-Tipp: “Baum der Erlösung” am 04.01.2009 um 20:15 in DAS ERSTE und ORF2.
Der ORF2 setzt das Thema um 22:00 Uhr mit “Am Schauplatz spezial: Fremde Nachbarn - Türken in Telfs” und um 22:35 Uhr  mit “Im Zentrum: Moslems und Christen in Österreich - Erfolgreiche Integration oder isoliertes Nebeneinander?” fort und sendet von 23:40 bis 01:05 Uhr  den Film “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran”.
Mannheim, den 04.01.2009, 11:11 Uhr.

16 Kommentare

1. Wilhelm Entenmann schrieb am 04. Januar 2009 um 12:57

NACHTRAG

Der Streit um die Moschee in Telfs hat einen wahren Hintergrund:

Telfs, Kontroverse um Moscheebau (-> Wikipedia]

Braucht Telfs eine Moschee mit Minarett? [-> kath.net]

Müssen Moscheen Minarette haben? [-> DiePresse]

Telfer Minarett mit Hakenkreuz beschmiert [-> orf]

Die Vorab-Kritik des Tatort “Baum der Erlösung” fällt nicht unbedingt positiv aus:

Eine Moschee für Tirol [-> Cicero]

2. Eichbaum schrieb am 04. Januar 2009 um 13:13

Die Kritik in Cicero bestätigt, was ich mir bereits gedacht habe: Ein weiterer wachsweicher Tatort, der sich lieber mit Sozialarbeit beschäftigt statt ein guter Krimi zu sein. Der Tatort hat einen steilen Abstieg hinter sich, noch vor 5 Jahren war der sonntägliche Tatort bei mir eine feste Institution, jetzt läuft um die Zeit bei mir i.d.R. kein Fernseher mehr. Schade um die Gebührengelder.

3. Wilhelm Entenmann schrieb am 04. Januar 2009 um 13:24

@2. Eichbaum

Ich bin auf den Tatort durch den Auftritt des Tatort-Kommissars Harald Krassnitzer bei Die Tietjen und Dibaba- Fritz & Sophie Wepper - “Mord in bester Gesellschaft” [-> NDR] aufmerksam geworden, wo der österreich. Schauspieler, der laut Wikipedia ein SPÖ-Unterstützer sei, ein paar sehr deutliche Worte in Sachen Integration gesagt hatte:
Integration bedürfe klarer Orientierungsregeln und Migraten sollten sich gut benehmen. In den Niederlanden würde man Migranten Videos mit Nacktszenen zeigen und ihnen dann klar machen, dass sie dies zu akzeptieren hätten, was er gut fände (sinngemäß erinnert).
Das Publikum der Talkshow ist bei seinen Worten mucksmäuschenstill gewesen… .

Anmerkung: Die Sache mit den Videos für Migranten in den Niederlanden fand ich interessant. Weiss jemand darüber mehr?

4. Eichbaum schrieb am 04. Januar 2009 um 14:03

Zu den Videos habe ich mal einen kurzen Fernsehbericht gesehen. Wer einen Aufenthaltstitel in Holland will, muß bereits im Heimatland einen Lehrgang absolvieren in Landeskunde und Sprache. Im Rahmen dessen gibt es auch einen Film über Land und Leute zu sehen mit z.B. Aufnahmen vom FKK-Strand und der Aufforderung, sich genau zu überlegen, ob man in einem Land wie Holland leben möchte. Es lief glaube ich in Cosmo-TV.

5. anaximander schrieb am 04. Januar 2009 um 18:20

Seufz, die Tatorts sind längst nicht mehr, was sie mal waren.
Josef Girshovich trifft den Nagel auf den Kopf.

6. Wilhelm Entenmann schrieb am 04. Januar 2009 um 20:17

@4. Eichbaum
Genau…, das muss die gemeinte Sendung gewesen sein, so wie Du das schilderst. Ich werd’ mal drüber recherchieren, klingt sehr interessant.

@5. anaximander
Der Fairness wegen muß man sagen, dass es früher nicht die jetzigen Probleme gegeben hat.
Wie würde wohl heute ein Schimanski-Tatort (Erstaustrahlung 1981, “Duisburg-Ruhrort”) aussehen, wenn Schimi in einem türkischen Duisburg auf Verbrecherjagd gehen müßte? Dürften die Autoren noch bestimmte, d.h. zeitgemäße Themen anpacken?

Persönlich mochte ich den denkenden Tatort-Kommissar Bienzle aus Stuttgart, ein badischer Schwabe sozusagen. ;-)
Bienzle und Schimanski, ich mag die Extreme.

off: Sorry, ich bin zur Zeit außerplanmäßig mit etwas anderem beschäftigt, weshalb ich nicht zum Gegenkommentieren (Beiträge zu Israel und Ahmadiyya-Moschee) komme.

7. anaximander schrieb am 04. Januar 2009 um 23:37

OT: halb so schlimm, Schoggo, mach nur.
Welch blödsinniger Kitsch-Tatort… Der Bienzle fehlt wirklich

8. Wilhelm Entenmann schrieb am 05. Januar 2009 um 11:18

@7. anaximander

Das Motiv des bösen Nazi-Mörders basierte auf der Plausibilität der Prämisse, dass Österreicher aus Gründen des Blutes und der Ehre töten würden.
Schon mal gehört, dass außer Türken auch Österreicher (incl. Deutsche und Schweizer) aus solch einem Motiv morden?

Es war ein Volksdressur-Tatort!

9. Gilbert schrieb am 05. Januar 2009 um 11:44

Wenn das Unterhaltungsmoment verdaut ist, ist es durchaus interessant, mal nachzuverfolgen, was da alles bedient wird.

Da ist zunächst die Tochter des Kommissars, die aus Integrationsgründen türkisch lernt, während es bei den türkischen Matkas nach mehr als 20 Jahren noch nicht mal für “ja” oder “nein” reicht. Köstliche Darstellung der Integrationsrealität, wenn auch vermutlich unabsichtlich.

Schön auch die Erkenntnis, die Ehrenmordproblematik falsch eingeschätzt zu haben. So lange die Möglichkeit besteht, eine aufmüpfige Frau in die Türkei zu verscherbeln, bringt doch keiner eine um. Oder anders ausgedrückt, Ehrenmorde sind eher Ausdruck einer Exportunmöglichkeit. Vielleicht lässt sich das Problem daher durch ein staatlich finanziertes Institut zur Zwangsverheiratung in islamische Länder beheben.

Bedient wird auch die Erkenntnis türkischer Jugendlicher “Ingenieur wird man nicht in der Schule, sondern auf der Straße”, woran bis zum Schluss nichts geändert wird. Angesichts der Bildungsreformen könnte man allerdings auch auf die Idee kommen, dass uns hier die Migranten erkenntnismäßig tatsächlich voraus sind.

Und der arme Bügermeister! Kritiker, das wird deutlich, sind grundsätzlich rechtsradikale Elemente, die ohne Hintergrund hetzen, gell, Wilhelm?

Sehr realistisch auch das Verhältnis Polizei-Migrantengewalt. Das Gezeigte hätte bei einem Tatort mit deutschen Tätern bereits für längere staatlichen Pensionsaufenthalte und 70% der Handlung genügt - hier ist es nur eine Watsche und einen gehobenen Zeigefinger ohne Konsequenzen ausreichend. Gelungene Darstellung der gefühlten Realität.

Bei der Beziehung Vater-Söhne hätte am Schluss eigentlich nur noch die Übergabe eines Dolches mit der Aufschrift “Unsere Ehre heißt Treue” an den Sohn gefehlt. Sehr SS-like, ebenso wie das Verhalten des nicht so ganz lustigen Tirolers, zur Entfernung der Tochter mit dem Erzfeind zusammen zuarbeiten.

Die Liste der bedienten Klischees lässt sich fortsetzen, aber ich muss jetzt erst mal in eine Vorlesung. Denkt euch den Rest mal selber aus.

10. Wilhelm Entenmann schrieb am 06. Januar 2009 um 11:06

MUSLIME WOLLEN UNS PER TV MANIPULIEREN!

Wir bitten um Beachtung des Artikels:

“Telfs-Tatort mit Islam-Coach - Regisseur Mitterer ahnungsloser Ignorant”
[Link: -> Fakten Fiktionen]

11. ChloevomSee schrieb am 07. Januar 2009 um 14:26

Tach Blogger,

also ich habe mich köstlich über das Bauernstück amüsiert! Versteht denn keiner in diesem Land mehr Ironie? Mehr dazu -> hier.
Ade vom See
Chloe

12. Wilhelm Entenmann schrieb am 07. Januar 2009 um 14:38

@11. ChloevomSee

Ironie ist eine Seite, Volksumerziehung die wesentliche Seite des öffentlich-rechtlichen Dressurfunks und seiner Reportagen und Filme.

13. ChloevomSee schrieb am 07. Januar 2009 um 16:07

@12 Wilhelm
Aber das “Volk” schaut doch schon lange nicht mehr den Dressurfunk an! Sprich diesen Sendern nicht zu viel Macht zu. Die Gemeinen treiben sich auf Sendungen wie “Bauer sucht Frau” herum. Im Ernst, das Tatort-Publikum ist doch furchtbar akademisch geprägt. Ich wünschte mir manchmal, dass wirklich mehr 16-jährige die öffentlich-rechtlichen für sich entdeckten. Dann wüssten sie nach so nem Abend zumindest, dass Tirol teils in Österreich liegt. Vor der “Umerziehung” steht erstmal die “Bildung”.
Was bringt es uns, wenn hundert Jugendliche vor Bohlen englische Lyrics rezitieren aber nicht ein einziges deutsches Weihnachtslied mehr aufsagen können? Mehr dazu von meiner guten Maya:

14. ChloevomSee schrieb am 07. Januar 2009 um 16:08

ich vergaß, -> hier.

15. Wilhelm Entenmann schrieb am 08. Januar 2009 um 09:56

@13. ChloevomSee
Die Gemeinen treiben sich auf Sendungen wie “Bauer sucht Frau” herum.
Mmmh, so gesehen hast Du Recht, es wird tatsächlich viel redundantes Zeugs fürs “Volk” gesendet und von diesem auch willig angesehen [was ich in den Blogstats bei bestimmten Suchanfragen nach gewissen TV-Sendungen beobachten kann].

Spitzfindig könnte ich sagen, dass auch Weglassung von Informationen eine Manipulation und Dressur bedeuten; ein Vorgang, den man aktuell beim Krieg gegen die Hamas beobachten kann. Nur selten wird die Sicht der Sache aus der Perspektive der Israelis gezeigt, eine Ausnahme ist die Sendung gewesen:
-> Wie Deutsche den Krieg in Israel erleben

Die Maya werde ich mir später anschauen; im Moment bin ich mit diesem Beitrag -> hier beschäftigt, wobei vieles im Hintergrund läuft.

16. ChloevomSee schrieb am 08. Januar 2009 um 13:03

@15: Wilhelm
Oh, ein schöner Beitrag! Viel Erfolg weiterhin. Zum Glück gibt es ja das Internet, das alle Informationen zulässt. Bloggerfahne schön hoch halten !
Ade vom See
Chloe

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