26. April 2006

Bloggen gegen AIDS für die UNICEF und das eigene soziale Prestige

Unter dem Motto Du gegen AIDS - Bloggen gegen AIDS hat die UNICEF die Blogger zur Mithilfe im Kampf gegen die Geisel HIV, welche u.a. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird, sowie deren Folgen in Form von AIDS (HIER) aufgerufen: …

Also ‘mal ehrlich liebe Blogger. Jetzt bappt sich eine jede und ein jeder von Euch so ein Sticker auf’s Blog und dann ist Schluß mit AIDS? Außerdem ist das doch total langweilig, wenn eine jede und ein jeder den gleichen Button auf dem Blog bappen - wie sieht das denn aus?
Ich meine, wie könnt Ihr Euch da noch von den anderen unterscheiden und Euer soziales Prestige erhöhen, wenn dies eine jede und ein jeder tut? Aber, man muß ja sozial engagiert sein, irgendwie, denn das verlangen die sozialen Spielregeln von Kleinbloggersdorf - gell?

Ich habe mir deshalb überlegt ob ich nicht auch gegen etwas oder jemanden bloggen sollte - und zwar so, daß das total gut für das soziale Image ist und ich mich dadurch zugleich von der Masse abhebe.
Aber gegen was oder wen soll ich bloggen?
Bloggen gegen HARTZ IV?
Bloggen gegen Bosse?
Bloggen gegen Nazis?
Bloggen gegen Stalker?
Bloggen gegen Bloggen???

Also ich blogge diese Woche einmal gegen die Vogelgripe -
hier ist der Button meiner Kampagne zum Anklicken:

Bloggen gegen Vogelgrippe

“Das war Euer Walther voll sozial für Schoggo-TV -
aktuell mit seiner exklusiven Meinung für Euch.”

12 Kommentare

1. Düsiblog schrieb am 27. April 2006 um 09:50

Unicef - Bloggen gegen AIDS…

“Bloggen Sie mit gegen AIDS!”

Bittet UNICEF die Blogwelt. Auch wenn Wilhelm dies zunächst kritisch/ironisch aufzeigt, denke ich, dass Aufklärung, Information und Aufmerksamkeit wichtige Schritte sind. Zudem wissen die aufmerksamen Düsiblogleser, …

2. Kampfkuschler Walther schrieb am 27. April 2006 um 10:02

@Düsiblog, Trackback: … es geht, ging mir nicht so sehr um das Ausmaß eines möglichen Erfolges sondern vielmehr um die ständigen Kampagnen.
Kampagnen gegen etwas oder jemanden, … Hauptsache, man ist dabei, auch wenn man vielleicht gar nicht dahintersteht oder wirklich etwas dafür tut.
So gesehen instrumentalisieren nicht wenige das soziale Engagement für/gegen etwas (hier: HIV bzw. AIDS) für’s eigene Ego und Prestige.
Meine Kritik richtet sich also nicht gegen die Kampagne sondern generell gegen eine bestimmte Unterstützergruppe.

3. bembelkandidat schrieb am 27. April 2006 um 11:41

naja, wenn die unicef klein bloggersdorf nett bittet, dann kann man sich die sache mal anschauen. ob’s was bringt, schwer zu sagen, wohl nur, wenn wirklich viele mitmachen. die kampagne ist nicht schlecht, denn zu sehr wurde sich an hiv und aids gewöhnt und besonders bei jugendlichen ist der gedanke an prävention kaum noch vorhanden.
davon mal ab, ich sehe in deinem blog auch immer wieder buttons für kampagnen für oder gegen etwas, z.b. dänemark oder popetown. ist das auch so ein “hauptsache dabei” für dein “soziales prestige”, wie du es anderen unterstellst?
bevor du das in den falschen hals bekommst, ja, ich kenne sie auch, die blogs, die eher einer werbesäule ähneln, weil sie vollgekleistert sind mit buttons und aktionen und aufrufen zu allem und jedem. doch die lassen schon optisch erkennen, daß hier jemand nur aktionen sammelt, sonst nix eigenes zustande bringt, weswegen solche blogs von gähnender langeweile geprägt sind und höchstens aufschluß über die neuesten internetaktionen bieten.

4. Wilhelm Entenmann schrieb am 27. April 2006 um 16:09

@bembelkandidat: … okay, ertappt - aber nur stellenweise ;-)

Denn: Schoggo-TV bappt nur wenige Banner (im Moment drei echte), dabei von eher unbekannten Aktionen und macht auch nie mit einem extra Posting auf seine neuste soziale Aktion aufmerksam. … hüstel … so findet natürlich jeder eine Rechtfertigung für sein Tun ;-)

Tatsächlich geht es mir um die Inflation, welche den Wert der Aktionen herabsetzt, und das unreflektierte Mitmachen, wobei ich im letzteren schon eine gewisse Ego-Politur sehe.
Da sich die meisten an den ganz großen Aktionen beteiligen finden die kleinen Aktionen meist keinen Platz - weder auf dem Blog noch in der Öffentlichkeit.

5. supercasi schrieb am 27. April 2006 um 19:55

Naja, ich muss mich da mal einklinken…ich finde, es macht schon Sinn, bei so einer Geschichte mitzumachen - jedenfalls mehr Sinn, als einfach irgendwas zu machen, nur um irgendwas zu machen… Man muss sich das mal vorstellen: jede Minute stirbt ein Kind an AIDS… @ Wilhelm Entenmann: vielleicht hast Du mit der Inflation Recht - man erinnere sich nur an die Leoparden, Verzeihung, Gepardenforelle - darauf wird z. B. google über kurz oder lang auch reagieren, aber der Punkt ist doch: je mehr Leute bei einer Sache mitmachen, desto mehr Öffentlichkeit bekommt sie. Und wie gesagt, ich finde, wenn die Sache Hand und Fuß hat und es sich nicht um eine weitere “ichmachdamitweilnurso-Geschichte” handelt, dann: lets rock!

6. Wilhelm Entenmann schrieb am 27. April 2006 um 20:31

@supercasi: Damit wir uns nicht falsch verstehen; ich möchte weder die Ernsthaftigkeit der Problematik HIV/AIDS herabreden noch die Kampagne schlecht machen.
Ich bezog mich, wie so oft, auf das “Außenrum” und nicht auf die Sache selbst. Ich denke, Dir ist der Unterschied zwischen Form/Struktur und Inhalt bekannt - ich bezog mich auf die “Form”.

Harald Schmidt hat 1996 ähnliches gemacht, als die ersten AIDS Solidaritätsschleifen aufgekommen sind und sich jeder damit geradezu zwanghaft behängte.
Schmidt hat sich zu jener Zeit eine BSE-Schleife ans Jackett geheftet, um das Getue einiger Leute hoch zu nehmen. Das Ding bestand aus einem gekreuzten Ochsenschwanz:
er/man nannte es die “offizielle Rinderwahnsinns-Schleife von UNOX” = Rinderrecht Organisation der UNO.
Schau ‘mal in Google.
Offen ist für mich, wessen Wahnsinn er damit gemeint hatte.

Also verstehe mich nicht falsch - ich habe manchmal eine andere Sicht über das, was Menschen tun. Ich komme aus der Psychologie und Psychos sagt man ja manchmal so komische Sachen nach. ;-)

7. supercasi schrieb am 27. April 2006 um 21:13

So ist das mit uns “Greenhorns” - das Gehirn schaltet sich erst nach dem Reden, resp. Schreiben ein…;) - aber klar, verstehe ich Dich da. Ich habe nur, um auf Deine kleinen Dinge zu sprechen zu kommen, schon einige, im Ansatz gute Ideen sterben sehn, weil jemand mit Stimme diese kritischst beäugte - nach dem Motto: “Wenn der sagt, das ist albern, dann lassen wir die Finger davon” - bleibt der Aktion nicht genügend Zeit sich zu entwickeln. Das Leben ist aber wie es ist: zarte Pflanzen brauchen Zeit zum Wachsen. Harald Schmidt hat sich das Ding erst angehängt, als schon jeder die Schleife kannte…

8. Wilhelm Entenmann schrieb am 27. April 2006 um 21:40

@supercasi: okay, aus der Sicht der zarten Pflanze kann ich’s nachvollziehen. Ich schau halt manchmal wirklich nur auf die Strukturen und blende dann alles andere aus. ;-)

9. Martin schrieb am 27. April 2006 um 22:23

naja, also Bloggen für dies, Bloggen für das - hin oder her. Fakt ist: Worüber Blogger in Massen schreiben, dass genießt Aufmerksamkeit a la “wo bist du mein Sonnenlicht?” und ab zu TV Total und Johnny richtet ne statische Seite ein, weil der Server nicht mit den Anfragen zum Sonnenlich Video zurecht kommt … Also dann doch lieber das Netzwerk nutzen und das Thema AIDS ins Licht der Öffentlichkeit rücken zumal, soweit ich das dort lese diese Aktion Sinn macht, weil wichtige Forderungen mit Ihr verbunden sind - oder doch lieber gegen Stalker?

10. Martin schrieb am 27. April 2006 um 22:28

ahh jetzt verstehe ich (habe gerade beim Stöbern worüber denn hier noch geschrieben wird deinen offenen Brief an Martina Kausch gelesen)- du trägst hier eine persönliche Fehde gegen Frau Kausch aus - so nach dem Motto, alles worüber die bloggt ist doof, dass mach ich dann mal runter - naja schade das du deshalb eine gute Sache so runtermachst … wie supercasi schon schreibt … erst denken, dann schreiben, oder einfach nicht soviel ablästern, mein junge wird doch frühling und die sonne kommt raus, alles wird gut, nichts für ungut …

11. Wilhelm Entenmann schrieb am 27. April 2006 um 22:31

@Martin: Ooops, das ist ein völlig neuer Aspekt: Die Qualität des/r “Werbemediums/-träger” (hier die Blogs) könnte das “Produkt” negativ belegen - wenn ich jetzt ‘mal an “wo bist du mein Sonnenlicht?” denke.

12. Schoggo-TV von Wilhelm Entenmann » Blog Archive » Deine Stimme hilft - Spendenaktion gegen Rassismus und Gewalt schrieb am 30. April 2006 um 04:05

[…] Schoggo-TV ist hat nicht nur die Nase von Spam und allerlei sozialen Internetaktionen voll (HIER), sondern ist auch diese permanente Anti-Deutschtümelei bzw. undifferenzierte Fremdentümelei satt, welche uns in allen Medien von Sozen und Gutmenschen entgegengebracht wird. Desweiteren wird Schoggo-TV die sich in Deutschland anbahnende Hysterie über die so genannte Hasskriminalität (Hate Crime), welche in den USA bereits kursiert und die Mehrheit der gebürtigen Inländer stigmatisiert bzw. vorverurteilt, nicht unterstützen. […]

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